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Eugen Maria Schulak und Herbert Unterköfler: Die Wiener Schule der Nationalökonomie. Eine Geschichte ihrer Ideen, Vertreter und Institutionen, Verlag der Provinz edition seidengasse, Weitra 2009, 250 Seiten, 24,00 Euro. Drei Determinanten unterscheiden Österreichische Ökonomik und Neoklasik: hier zweckgerichtetes Handeln, individuelle Präferenzen und dynamische Prozesse – dort Optimierungsverhalten, fixe Präferenzen und statisches Gleichgewicht. Diese und eine Fülle weiterer Erkenntnisse bietet die sehr lesenswerte, vorwiegend ideengeschichtlich ausgerichtete Darstellung der Wiener oder Österreichischen Schule der Ökonomik. Ein Standradwerk für Einsteiger und Fortgeschrittene.
Jesús Huerta de Soto: Die Österreichische Schule der Nationalökonomie - Markt und unternehmerische Kreativität, Deutsche Erstausgabe hg. von Friedrich August von Hayek Institut, Wien 2007, 152 S., 19,00 Euro. Der ideale Einstieg in die Österreichische Ökonomik gliedert sich in zwei große Teile: die Grundsätze in Abgrenzung zur Neoklassik und eine lesenswerte dogmengeschichtliche Darstellung über die Entstehung der Österreichischen Schule. Ein Resümee über die aktuelle Renaissance einschließlich eines Hinweises auf wichtige (lebende) Vertreter der Österreichischen Schule rundet den Band ab. Er sollte in keinem Bücherregal fehlen.
Alfred Schüller / Hans-Günter Krüsselberg (Hg.): Grundbegriffe zur Ordnungstheorie und Politischen Ökonomik, 6. durchgesehene und ergänzte Auflage, Marburg 2004. Dieses unscheinbare Kompendium hält was der Titel verspricht. Es vermittelt die wissenschaftstheoretische Grundlage zu Begriffen wie Wirtschaftsordnung und Wirtschaftssystem, darüber hinaus zu den Ismen der Politischen Ökonomik vom Liberalismus über den Dirigismus und Sozialismus bis zum Institutionalismus. Anschließend wird das Denken in Ordnungen zur Beurteilung der volkswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und gesellschaftlichen Wünschbarkeit konkreter Wirtschaftssysteme (Marktwirtschaft, Zentralverwaltungswirtschaft) sowie für die Problematik der Systemtransformation herangezogen. Kurzum, ein unerlässliches Rüstzeug für Einsteiger und Nachschlager.
Ulrich van Suntum: Die unsichtbare Hand. Ökonomisches Denken gestern und heute, 2. Aufl. Berlin u.a. 2001. Das Fachbuch der Volkswirtschaftslehre erklärt eingängig die Gesetzmäßigkeiten der Wirtschaft. Der Münsteraner Prof. beantwortet alle wichtigen Fragen von der Entstehung der Arbeitslosigkeit über die Schwankungen der Konjunktur bis zum Sozialen in der Marktwirtschaft.
Guy Kirsch: Neue Politische Ökonomie, 5. Auflage Lucius & Lucius, Stuttgart 2004. Guy Kirschs Lehrbuch zur Politischen Ökonomie fördert das Verständnis für die alltäglichen und grundsätzlichen Vorgänge in Politik (und Wirtschaft). In acht Kapitel werden u.a. Individual- und Kollektiventscheidungen, gesellschaftliche Normen und staatliche Gesetze, die Logik des kollektiven Handelns, die indirekte Demokratie und die Diktatur behandelt: „Der demokratische Willensbildungsprozess dient nicht dazu, den Volkswillen, sondern eine Mehrheit zu finden. Es geht nicht darum, den Volkswillen zu erkennen, sondern das Ergebnis kollektiver Entscheidungsfindung als Volkswillen anerkennen zu lassen und jene, die zu dieser Anerkennung nicht bereit sind, um jegliche soziale Resonanz zu bringen.“
ORDO. Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft Die jährlich erscheinende wissenschaftliche Zeitschrift der Liberalen und Ordoliberalen. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Urteile zu aktuellen und grundsätzlichen Ordnungsfragen werden in nüchternen Artikeln dargelegt. Das Ergebnis ist Politikberatung auf hohem Niveau – eine populäre Ausgabe als Magazin würde mehr Menschen für eine freiheitliche Ordnung gewinnen.
Hans-Rudolf Peters: Einführung in die Theorie der Wirtschaftssysteme, 2. Aufl., München, Wien 1993. In dieser systematischen Einführung werden alle wesentlichen Grundbegriffe des Themenfelds Wirtschaftssysteme und Wirtschaftsordnung erläutert: von den Strukturen über die geistigen Grundlagen und die Typisierung von Wirtschaftssystemen bis zu deren Funktionsweise, Problematik und Transformation. Die klare Gliederung bietet in Verbindung mit hervorgehobenen Schlüsselbegriffen im Text bei überschaubarer Textlänge eine schnelle, präzise Information.
David Friedmann: Der ökonomische Code. Wie wirtschaftliches Denken unser Handeln bestimmt, 3. Aufl. Frankfurt am Main 1999. Eine gute Einführung in die Wirtschaftswissenschaften – und das Leben. Die Alternative zu herkömmlichen trockenen VWL-Einführung und noch dazu ein praxisnaher Ratgeber vom Anstellen im Supermarkt (kürzeste Schlange) bis zum Date (Ökonomie der Liebe und Ehe) aus der Perspektive des homo oeconomicus.
Herbert Hax: Unternehmen und Unternehmer in der Marktwirtschaft, Göttingen 2005. Dieser zeitlose, sachliche Überblick informiert über die Rolle, Bedeutung und Funktionsweise von Unternehmen und Unternehmern in der Marktwirtschaft. Alle wesentlichen Aspekte von der Produktion über die Finanzierung bis zum Absatz finden Beachtung und werden in einer vorzüglichen Verbindung von betriebswirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Perspektive miteinander verknüpft. Auch zum Nachschlagen eignet sich der kleine Band.
Paul Seabright: The Company of Strangers. A Natural History of Economic Life, Princeton 2004, besonders S. 1-102. Ein bemerkenswertes Buch über die Funktionsweise der internationalen Arbeitsteilung aus naturwissenschaftlicher Sicht ohne ökonomisches Vokabular. Auf der Grundlage der Evolutionstheorie, stets mit dem Blick auf die in der Menschheitsgeschichte gewachsenen Institutionen sind die ersten 100 Seiten ein unentbehrlicher Einstieg. Seabright arbeitet die Naturgesetze der Kooperation heraus (z.B. Tunnelblick) und zeigt wie unser Leben ohne übergeordnete, zentrale Kontrolle und Steuerung funktioniert. Eine Fülle von Beispielen und Geschichten lehrt uns Staunen und Freude angesichts unserer hochkomplexen Selbstorganisation.
Markus Albert Diehl: Von der Marktwirtschaft zur nationalsozialistischen Kriegswirtschaft. Die Transformation der deutschen Wirtschaftsordnung 1933-1945, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2005, 195 S., brosch. 34,00 EUR. Die erste umfassende Analyse der nationalsozialistischen Wirtschaft aus ordnungstheoretischer Sicht. Systematisch werden die Teilordnungen in den Bereichen Außenwirtschaft, Ernährungswirtschaft, gewerbliche Wirtschaft, Arbeitsbeziehungen sowie Geldordnung und Staatsfinanzen analysiert. Die Folgen der Transformation zu einer Zentralplanwirtschaft mit der Lenkung über Gütermengen statt Preise sind für vor allem für Konsumenten und Währung, letztlich auch für die Masse der Unternehmen fatal. Die anschauliche Studie vermittelt einen sehr guten Überblick über die zunehmend totalitäre Wirtschaftspolitik des braunen Sozialismus.
Michael von Prollius: Deutsche Wirtschaftsgeschichte nach 1945, Vandenhoeck & Ruprecht, UTB, Göttingen 2006, 342 S., brosch. 16,90 EUR. Die erste ordnungspolitisch ausgerichtete Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Vom „Wirtschaftswunder“ bis zur aktuellen Wirtschaftskrise werden die wirtschaftliche Entwicklung, die maßgeblichen ordnungspolitischen Konzepte und die Erklärungsversuche für Wachstum, Krisen und Strukturwandel analysiert. Die kompakte und verständliche Einführung ist zugleich ein Plädoyer für Freiheit, Marktwirtschaft und die Zurückdrängung des Staates.
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