| Gegen die Schein-Liberalen |
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| Geschrieben von: mvp |
| Mittwoch, 05. Januar 2011 |
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Der scharfzüngige Publizist Armin Mohler (1920-2003), u.a. Sekretär von Ernst Jünger, gilt manchem Konservativen als derjenige, der mit seiner Schrift „Gegen die Liberalen“ eine „fulminante Liberalenbeschimpfung“ vorgelegt und die Unhaltbarkeit liberaler Positionen nachgewiesen haben soll. Tatsächlich ist „Gegen die Liberalen“ eine streckenweise recht passable Polemik. Sie richtet sich gegen die übermäßig verbreitete Spezies der Bindestrich-Liberalen, welche regelmäßig allenfalls Lifestyle-Liberale sind, tatsächlich aber eher liberal getarnte Sozialdemokraten. Insofern hat Armin Mohler recht, wenn er konstatiert: „Zum einen scheitert der Liberalismus als gesellschaftlicher Gesamtentwurf täglich stets aufs neue, da reicht ein Blick aus dem Fenster.“ Unrecht hat er aber, wenn er das Scheitern dem Liberalismus anlastet. Was mit einer freien Gesellschaft passiert, wenn Scheinliberale sich an liberalen Prinzipien vergehen, kann jedermann aktuell etwa in der bundesdeutschen Politik beobachten. Konsequente Liberale werden an den Vorwürfen, die Armin Mohler äußert, leider wenig Erhellendes finden.
Die Feststellung, das liberale Feindbild seien die Konservativen, macht deutlich, dass Armin Mohler die Grundsätze einer Ordnung der Freiheit nicht verstanden oder aber nicht zum Gegenstand seiner Schrift „Gegen die Liberalen“ gemacht hat. Das gleicht insofern dem berühmten Schuss ins Knie als Martin Lichtmesz im Nachwort treffend bemerkt, „heute ist der Linke von Liberalen kaum mehr zu unterscheiden und umgekehrt.“ Was bleibt nach der Lektüre zurück? Die Erinnerung an einen „großen“ Konservativen, dessen letzte Worte lauteten: „Es ist alles so langweilig.“ Gemeint ist natürlich Churchill. Michael von Prollius |






Armin Mohler: Gegen die Liberalen, Edition Antaios kaplaken 21, Schnellroda 2010, 80 S., 8,00 Euro.