| Die Sache mit Tom |
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| Sonntag, 19. September 2010 |
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Ein durchweg gutes Buch ist selten. Der spannende, zeitgeschichtlich eindringliche Bericht über die jugendliche Fluchthilfe des heutigen deutschen Botschafters in Polen für seinen Vetter aus der DDR im Sommer der Fussballweltmeisterschaft 1974 gehört zu dieser seltenen Gattunng. „Die Sache mit Tom“ ist sehr gut geschrieben, sorgfältig verlegt und liegt auch noch gut in der Hand. Der Diplomat Rüdiger von Fritsch, vier Jahre lang Vizepräsident des BND, schildert mitreissend die gleichermaßen aufwändige wie mutige Fluchthilfe von westdeutschen Jugendlichen für ostdeutsche Verwandte und Bekannte. Ein professioneller Aufwand bei der Passfälschung, verbunden mit einem guten Plan und dem Fortune der Tatkräftigen bilden die Erfolgsgrundlage für das jugendliche Abenteuer. En passent wird der Leser in den historischen Kontext der deutschen Teilung und das Lebensgefühl der 70er Jahre hineingezogen. Der Alltagsschrecken der DDR verursacht Gänsehaut. Zugleich kommt die persönliche Schilderung seiner späten Teen- und frühen Twen-Zeit ohne die heute verbreitete Intimität aus. Das Buch liest sich wie ein Plädoyer für Eigeninitiative und Verantwortung. Die unglaubliche Geschichte bietet ausreichend Stoff für einen Kinofilm. Michael von Prollius |






Rüdiger von Fritsch: Die Sache mit Tom. Eine Flucht in Deutschland, wjs Verlag, 3. Auflage Berlin 2009, 238 S., 19,95 Euro.