| Preußische Marktwirtschaft statt bundesdeutsche Misswirtschaft (E. Bödecker) |
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| Mittwoch, 07. April 2010 |
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Viele Gründe für den Erfolg damals und den Misserfolg heute überzeugen, darunter breite freie Unternehmertätigkeit, hochwertige Bildung, eine exzellente und selbstbeschränkte Verwaltung, geringe Steuern (4-6%), ein niedriger Staatsanteil (14%) und das Fehlen des destruktiven Gewerkschaftseinflusses im Kaiserreich. Es ist bezeichnend wie die preußischen Regierungen die Weichen auf Erfolg stellten: die marktwirtschaftliche Gewerbeordnung von 1845 (1869 neu gefasst), Öffnung der Märkte durch den Deutschen Zollverein bereits 1834, seit 1717 Schul-/Unterrichtspflicht, eine Verwaltung, die „Auftragstaktik“ praktizierte, also die Ziele vorgab und den Mitteleinsatz dem nachgeordneten Bereich überließ. Verfassungsrang sollte heute die Feststellung Friedrichs des Großen erlangen: „Eine Regierung sollte sparsam ein, weil das Geld, das sie erhält, aus dem Blut und Schweiß des Volkes stammt“ oder die Kurzform von König Friedrich Wilhelm I.: „Gebt nicht mehr Geld aus als ihr einnehmt.“ Indes lässt sich manches kritisieren. Zwar ist es überfällig, das vorherrschende Geschichtsbild des Kaiserreichs zurecht zu rücken. Gleichwohl sind die Lobpreisungen Bismarcks und von Kaiser Wilhelm II. deplaziert. Viele Vergleiche bleiben oberflächlich und manche Kausalbeziehung ist fragwürdig. Alles, was nicht in die Argumentation passt, wird weggelassen. Ungeachtet dessen ist es kein geringer Verdienst Bödeckers, mit seiner kleinen, leicht lesbaren Schrift für Preußen und die Marktwirtschaft gewichtige Denkanstöße geliefert zu haben. Michael von Prollius |






Ehrhardt Bödecker: Preußen und die Marktwirtschaft, Olzog Verlag München 2006, 135 S., 14,90 EUR.