| Abschied von der Gerechtigkeit (K. Getinetta / K. Horn) |
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| Sonntag, 03. Januar 2010 |
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Die Erwartung ist groß, die Erfolgslatte liegt höher, wenn Mitstreiter für die Freiheit sich einem bedeutenden Thema annehmen. Gerechtigkeit ist vielleicht das herausragendste gesellschaftspolitische Thema unserer Zeit. Insofern ist es ein Verdienst der beiden Herausgeberinnen und neun Autoren aus Wissenschaft, Publizistik und Verbandswesen, Gerechtigkeit und „soziale Gerechtigkeit“ aus einer (mehr oder minder) freiheitlichen und der Marktwirtschaft wohl gesonnenen Perspektive in einem optisch ansprechenden Band, leicht verständlich aufbereitet zu haben. Leider bleiben dabei Klarheit und Konsequenz überwiegend auf der Strecke. Gerechtigkeit lässt sich gerade nicht als „Bürgertugend gegenüber dem Gesetz und ... als die Einhaltung jener Spielregeln, die wir uns selbst mittels demokratischer Verfahren gegeben haben“ definieren. Der Wohlfahrtsstaat krankt ja gerade an der wechselseitigen Ausbeutung von Minderheiten durch demokratische Mehrheiten. Und Gerechtigkeit ist keineswegs „Verpflichtung und Verfügung“. Vielmehr herrscht Gerechtigkeit, sobald jeder seine Freiheiten wahrnimmt und dabei seinen Verpflichtungen nachkommt. Das vermeintliche „Glanzstück“ des Buches enthält wohlklingende Worte und eine ungewollte Quintessenz des gesamten Bandes – Paul Nolte resümiert: „Nehmen wir in diesem Sinne also Abschied von der Gerechtigkeit“. Stattdessen sei die gleichermaßen anspruchsvolle wie konsequente Gedankenführung von Anthony de Jasay in „Liberale Vernunft – Soziale Verirrung“ uneingeschränkt empfohlen. Michael von Prollius |






