| Wundertäter (N. Grunenberg) |
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| Samstag, 05. September 2009 |
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Nina Grunenberg gelingt es, ein handfestes, realistisches Bild des Unternehmers wie des Unternehmensführers als Manager zu zeichnen – von Speers „Kindergarten“ in der Kriegswirtschaft über die schwierige Nachkriegszeit und den von einem Gründergeist getragenen Aufschwung bis zum Ende der Hochkonjunktur in den 60er Jahren. Die bedeutende Rolle der Unternehmer für den unerwarteten Boom tritt klar hervor. Zugleich verdrängt der ausschließliche Blick auf die Großen wie Hermann Josef Abs (Deutsche Bank), Friedrich Flick (Flick Industrieimperium), Hans Ludwig Merkle (Bosch), Heinrich Nordhof (VW), Werner Otto (Otto Versand) und andere die Bedeutung des Mittelstands und der Kleinstunternehmer. Das beeinträchtigt aber weder den Eindruck, den man von den Netzwerken der Mächtigen und ihrem unbedingten Wiederaufbauwillen erhält, noch die kurzweilige Lektüre. Das Motto der Zeit könnte aus Berlin stammen: „Alma, sieh mal nach, ob die Tür noch heil ist. Da bauen wir ein neues Haus dran.“ Zeitlose Gültigkeit dürfte der geschilderte Filz besitzen, also die Verflechtung zwischen großer Politik und Großunternehmen, die von Unternehmensseite mit einer monetären „Pflege der politischen Landschaft“ einher ging. Auch die aktuelle Thematik des „too big to let fail“ scheint auf, bemerkenswerterweise vor dem Hintergrund des unternehmerischen Erfolgs und Misserfolgs im Wandel der Zeit wie etwa das Beispiel des Fahrzeugherstellers Borgward zeigt. „Die Wundertäter“ liest sich wie ein „Who is who?“ der deutschen Großindustrie. Nina Grunenberg hat ein lesenswertes Buch geschrieben, dass eine differenzierte Sicht auf die Protagonisten bietet: „Man kann den Männern, von denen in diesem Buch die Rede ist, viel nachsagen, aber Schwächlinge waren sie nicht, und gut trainiert hatten die Nazis sie auch. Ungerührt wie eine Büffelherde zogen sie weiter in die Bundesrepublik.“ Michael von Prollius |






