| Radicals for Capitalism (B. Doherty) |
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Ein ganzes Kapitel ist den Gründermüttern Rose Wilder Lane, Isabel Paterson und Ayn Ran als „Furies of Libertarianism" gewidmet. Grundsätzlich gilt, ohne Ludwig von Mises wäre wohl alles nichts, aber die Minimalstaatlerin Ayn Rand und der klassisch-libertäre Murray N. Rothbard sind die beiden Ikonen des modernen Libertarismus. Der bei „Reason“ als leitender Redakteur tätige Journalist Doherty ist durch seine langjährige Tätigkeit in der Szene bestens informiert. Seine intensiven Recherchen und die Vielzahl geführter Interviews illustrieren das. So ist der Band ein Kompendium aller bekannten Think tanks, angefangen mit Leonard Reed's FEE, österreichischen und libertären Wissenschaftszentren, darunter Auburn und die GMU, sowie kaum überschaubare individuelle Initiativen. Die libertäre Welt kennzeichnet eine schier unglaubliche Vielfalt von Strömungen mit differierenden Strategien und Zielgruppen, von der Graswurzelbewegung bis zur wöchentlichen Politikberatung auf dem Capitol Hill. Insofern ist die Geschichte der radikalen Befürworter des Kapitalismus einer Geschichte des Scheiterns teilweise bizarrer Experimente in der Einöde genauso wie betriebswirtschaftlich professioneller und sehr erfolgreicher Think tanks, mit denen der Name Charles Koch als Gründer unter anderem von Cato verbunden ist. Heute gehört libertäres Gedankengut zum festen Bestandteil der intellektuellen Welt vieler US-Bürger und Menschen in aller Welt, darunter das Wissen um Wohlfahrt fördernden Freihandel. Angesichts der Lage vor und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ist das ein Erfolg, der froh stimmen sollte. Den größten Anteil daran hat für Doherty, allen Initiativen zum Trotz, ein Einzelner: Milton Friedman – ausgerechnet, ließe sich hinzufügen, denn Friedman ist nicht nur wegen seiner Geldpolitik Zielscheibe libertärer Kritik. Und dennoch scheint eine libertäre Welt weiter entfernt zu sein denn je. Das ändert nichts daran, dass aus der libertären Bewegung weniger heute ein weltumspannendes Netzwerk vieler entstanden ist. Die klassischen Libertären unter ihnen vertreten radikale Positionen, allen voran die bedingungslose freie Wahl, einen reinen Kapitalismus als System des Privateigentums und freien Tauschs ohne staatliche Einmischung. Vielleicht ist das libertäre Gemeingut ein Grund, warum „Radicals for Capitalism“ zusammen mit anderen Monographien zum Buch des Jahres bei der Financial Times gekürt wurde. Ein anderer ist die lebendige Darstellung von Individualisten, Ikonen und intellektuellen Überfliegern für die Brian Doherty verantwortlich zeichnet. Hier erfahren sie alles, was Sie über die libertäre Szene wissen wollen und noch mehr. Nehmen Sie sich Zeit für die Lektüre! Michael von Prollius |






