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Hayek wiegt schwer und passt in jede Tasche (H. J. Hennecke) PDF Drucken E-Mail
CoverHans Jörg Hennecke: Friedrich August von Hayek zur Einführung, (Junius Verlag), Hamburg 2008, 191 S. 13,90 EUR.

12x17x1,5cm – das sind die Maße des im Wortsinn Taschenbuchs von Hans Jörg Hennecke über das Leben und Werk von Friedrich August von Hayek. Die 160 Seiten Text sind eng bedruckt, was zunächst weniger gefällig wirkt. Aber der Hayek-Biograph bietet eine stilistisch gewohnt souveräne Darstellung von Leben und insbesondere Werk des Sozialphilosophen.
Dem Konzept der Taschenbuchreihe, die bezeichnender Weise 1978 als sozialistische Initiative startete – und nun einen hoffnungsvolle Wendung nimmt, möchte man hinzufügen – ist es geschuldet, dass ökonomische Aspekte nur in komprimierter Form resümiert werden. Bewährt hat sich Henneckes Ansatz, Hayek als Klassiker politischen Denkens zu präsentieren. Klassiker sind vielfach Querdenker, intellektuelle Störenfriede, die für Wissenschaft und Gesellschaft bedeutsame Themen vordenken. Im Falle Hayeks sind dies die in den neun Hauptkapiteln dargelegten großen Projekte, darunter die sich um Wettbewerb und Wissen drehende Markttheorie. Diese ist in eine gesellschaftliche Ordnungstheorie eingebettet, deren zentrale Botschaft lautet, dass unsere Regeln, nach denen wir leben, nicht geplant wurden, sondern das Ergebnis einer kulturellen Evolution sind. Natürlich fehlen die großen politischen Themen Freiheit und Zwang, Recht und Gesetzgebung, Gerechtigkeit versus soziale Gerechtigkeit sowie Demokratiekritik und -reform nicht.
Im Kapitel über die wirtschaftlichen und politischen Stellungnahmen findet sich die pointierte Formulierung, „dass Hayek stets Etatist blieb“. Die darum geflochtenen Ausführungen deuten die große Herausforderung an, auf wirksame Weise Staatstätigkeit scharf von staatlicher Nichtzuständigkeit abzugrenzen. Angesichts im Zeitablauf wechselnder Herausforderungen konnte auch Hayek naturgemäß keine endgültiges Konzept entwickeln, trotz für den politischen Alltag tauglicher  konkreter konstitutioneller Vorschläge. Die Bewahrung der Freiheit ist für jede Generation eine neue Lebensaufgabe.
Die klassisch-liberale Position Hayeks in diesem Freiheitsringen wird auch im Schlussteil thematisiert. Dort ordnet Hennecke Hayek im Kreis der (Neo)Liberalen ein, grenzt ihn durch eine konstatierte Hinwendung zu Menger von Mises ab und würdigt sein Werk behutsam kommentierend. Wenn man aus aktuellem Anlass eine fundierte politische Botschaft aus Hayeks ungemein weit gespanntem Werk über die Grundlagen einer freien Gesellschaft hervorheben möchte, dann vielleicht diese: Demokratie ist anfällig für sozialistische Tendenzen und der demokratischer Wohlfahrtsstaat durch seinen ungehemmten Interventionismus eine vielfach verharmloste Spielart.
 Michael von Prollius
 
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