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Bürokraten beuten Bürger aus (C. A. Gebauer) PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 18. Mai 2008
CoverCarlos A. Gebauer: Warum wir alle reich sein könnten. Und wie unser Politik das verhindert. (Lichtschlag Nr. 12) Grevenbroich 2008, 236 S., 14,90 EUR.
Möchten Sie schmunzeln und lachen, auch wenn Ihnen angesichts der bundesdeutschen Bürokratisierung aller Lebensbereiche eher zum Heulen zu Mute ist oder Sie vor blanker Wut die Faust in der Tasche ballen? Dann greifen Sie zu Carlos A. Gebauers Aufklärungslektüre – Sie werden es nicht bereuen!
Drei Kapitel reichen aus, um die Verfechter des Wohlfahrtsstaates als Herrscher über uns Untertanen zu entlarven und verständlich Ursachenforschung zu betreiben. Am Anfang stehen Staatseingriffe, die Wohlstand verhindern und zerstören, darunter Abgaben und zu Recht die bisher viel zu wenig thematisierte Geldpolitik sowie die Vertrags“freiheit“. Der Duisburger Rechtsanwalt stellt fest: „Staatliche Verwaltung war nämlich noch nie effektiv“ und  fragt, ob Sie eine einzige Behörde kennen, die verschiedenartigste Dienstleistungen in Indien, Europa und Vorderasien organisiert. Gelungen ist auch der Abschnitt über die Besteuerung. So hat der Gesetzgeber bestimmt, dass besteuerungswürdig das ist, was besteuerungswürdig ist – kein Scherz. Einfacher wäre es, statt um die heiße Steuer herumzureden, sich einfach wie ein Raubritter  zu bedienen. Vernichtend fällt das Urteil des Gesundheitsexperten über die Gesundheitsplanwirtschaft aus: „Weder juristische, noch ökonomische, historische, medizinische, noch verwaltungstechnische, noch gar ethische Gründe lassen sich bei exakter Betrachtung dafür anführen, diesen fleiß- und reichtumverschlingenden Koloss zu erhalten.“
Im Anschluss an den Hauptteil des Bandes nennt Carlos A. Gebauer Gründe für die Ausbeutungsmisere: „Ein starker Staat braucht schwache Bürger“, Bequemlichkeit und schließlich Fremdbestimmungsbereitschaft. Unser wirtschaftliche Daseinsberechtigung, so ließe sich im Tenor Gebauers folgern, besteht darin, bürokratische Umverteilung zu ermöglichen. Der letzte Teil „Ausblicke in eine menschenfreundlichere Zukunft“ ist geeignet, die Bürger im Sinne Arnulf Barings auf die Barrikaden zu treiben. Politik und Angst sind zwei Seiten derselben Medaille, Familienpolitik und berufliche Selbstverwirklichung dienen als Mittel zur Vermeidung des Staatsbankrotts, Bürokratie schwächt alle und trifft besonders die Armen.
Ob Deutschland noch zu retten ist, kann Carlos A. Gebauer nicht beantworten. Vielmehr fordert er uns auf, die Frage zu stellen, ob unsere Politiker eigentlich noch zu retten sind und ob wir noch alle Tassen im Schrank haben, weil wir die bürokratische Kleptokratie widerspruchslos ertragen.
 
Michael von Prollius 
 
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