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Österreichische Steuerlehre (K. von Blumenthal) PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 01. Januar 2008

CoverKarsten von Blumenthal: Die Steuertheorien der Austrian Economics. Von Menger zu Mises, Metropolis-Verlag 2007, Marburg 2007, 436 S., 38,00 €.

Die Österreichische Schule der Nationalökonomie erfreut sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit. Ein Grund dafür sind die methodischen Mängel von Neoklassik und Neokeynsianismus, ein anderer die populäre Wiederbelebung des Gedankenguts durch vielfach private Initiativen nicht zuletzt im angelsächsischen Raum. Ein bislang unerschlossenes Thema sind die Steuertheorien.

Karsten von Blumenthal, ehemaliger Finanzwissenschaftler an der Uni Hamburg und nun für ein deutsches Researchunternehmen tätig, hat dazu eine lesenswerte ideengeschichtliche Dissertation verfasst. Bemerkenswerter Weise war die Österreichische Schule in finanzwissenschaftlicher Hinsicht nicht auf Liberalismus und Minimalstaat festgelegt. Das gilt insbesondere für die herausragenden Steuertheoretikern Robert Meyer und Emil Sax, die eine eigene „Steuerwertlehre“ auf der Grundlage der Mengerschen subjektiven Bedürfnis- und Wertlehre entwickelten. Vor allem Sax vollzog mit seiner „Grundlegung der theoretischen Staatswirthschaft“ 1884 einen Perspektivwechsel weg von der verteilungs- hin zur effizienzorientierten Betrachtungsweise. Dieser dmals geradezu revolutionäre Ansatz wird auch heute noch weitgehend ignoriert. Das mag auch daran liegen, dass Sax die Frage nach dem Preis-Leistungsverhältnis staatlicher Aktivität aufwirft.
Der Effizienz-Ansatz umfasste für die Österreicher einerseits die Auswirkungen auf die Ressourcenallokation und andererseits die Organisation der Besteuerung selbst. Leider haben herausragende Theoretiker wie von Mises und Schumpeter dieses Programm nicht fortgeführt.
Das Äquivalenzprinzip bestimmt durch die Festlegung der Steuerhöhe auch die Ausgabenhöhe. So wird sichtbar, dass vermeintliche Staatswohltaten stets das Steuerübel voraussetzen. Dieser Ansatz ist mit Buchanans Verfassungsregeln vereinbar, d.h. der wirksamen Bindung von Politikern an Gesetze und die Einschränkung ihres Handlungsspielraums. Da das subjektive Gerechtigkeitsempfinden der Steuerzahler erneut durch eine Neidsteuer nach der anderen angefeuert wird und die Steuerbelastung seit dem Zweiten Weltkrieg nur eine Richtung kennt – Ausdehnung des Staatssektors – sind die vielfach als veraltet angesehenen steuertheoretischen Ansätze der Österreichischen Schule aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert keinesfalls antiquiert.

Mehr zur Österreichischen Schule auf FOP:
Einführung und Grundlagen sowie Historisches

 
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