Startseite Zum Mitnehmen Bibliothek Für Sie gelesen Die Österreicher und ihre Presseoffensive (H. Klausinger)
Die Österreicher und ihre Presseoffensive (H. Klausinger) PDF Drucken E-Mail

CoverMachlup, Morgenstern, Haberler, Hayek und andere. Wirtschaftspublizistische Beiträge in kritischer Zeit (1931-1934), herausgegeben, eingeleitet und kommentiert von Hansjörg Klausinger, Metropolis Verlag: Marburg 2005, 387S.; 29,80€.

Dieser Band bereitet Freude: Für Ökonomen und Historiker sind die fast 80 „Beiträge zur wirtschaftlichen Vernunft“ der dritten und vierten Generation der Österreichischen Schule eine kleine Fundgrube. Für alle wirtschaftspolitisch interessierten Leser sind außerdem die über 100 „Zwei-Minuten“-Glossen von Fritz Machlup eine gleichermaßen anregende wie unterhaltsame Lektüre. Die instruktive Einleitung und Kommentierung des Wiener Universitätsprofessors Hansjörg Klausinger ist eine wertvolle Hilfe, um die bisher weit gehend vernachlässigten journalistischen Schriften im Neuen Wiener Tagblatt aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise einordnen zu können. Nur selten haben sich Ökonomen derart entschieden und praktisch in die Wirtschaftspolitik eingemischt wie die „Austroliberalen“ Anfang der 1930er Jahre in Österreich, als die  Österreichische Schule den Zenit ihres Ansehens erreicht hatte. Die Initiative zielte auf die Verbreitung ökonomischer Kenntnisse im Sinne einer Volksaufklärung. Im Mittelpunkt stand die Restauration eines liberalen Regelwerkes für die österreichische Wirtschaft, das bedeutete vor alle die Wiederherstellung einer restriktiven Geldpolitik und eines ausgeglichenen Budgets, die Aufhebung der Devisenbewirtschaftung und aller Handelsbeschränkungen sowie die Festlegung des Schilling auf eine Goldparität. Darüber hinaus sind die wirtschaftspublizistischen Beiträge Lehrstücke liberaler Wirtschaftspolitik: Freihandel, Wettbewerb statt Kartellierung, Entlastung von Steuern, Tugend des Sparens, Lohnsenkung als natürliche Heilmethode einer Krise, Befreiung der Wirtschaft aus den Fesseln des Interventionismus lauten die zeitlosen Forderungen.
Hoffentlich finden sich Nachahmer in unserer kritischen Zeit!

Paul Kühn 

 
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