"Hurra, uns gibt es noch!" Drucken
Geschrieben von: ut   
Dienstag, 24. September 2013

Ernst K. Jungk: Hurra, uns gibt es noch!, erscheint im Oktober 2013, 252 Seiten, viele Fotos, 22,90 Euro.

Ernst K. Jungk ist ein überzeugter Mittelständler eines 150 Jahre alten Betriebes, der in seinem Unternehmern zur Herstellung von Ziegeln 80 Mitarbeiter beschäftigt und von der Familie unterstützt es immer verstanden hat, seinen Betrieb durch Höhen und Tiefen erfolgreich zu führen. Lebendig und spannend beschreibt er die Geschichte seines Betriebes, wozu eine fast unglaubliche Kontinuität seiner Familie gehört. Nach seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen vertraute er seinem  Sohn Stefan die Geschäftsführung an.

Ganz sicher ist es ein Grundanliegen von Ernst K. Jungk die Historie seines Betriebes zu beschreiben, wozu auch eine lange Baukrise von 1995 - 2010 gehörte, und zu dokumentieren, wie ein Unternehmer seinen Betrieb durch alle Widrigkeiten führt. Das gelingt ihm mit Daten und Fakten hervorragend. Aber das ist nur die eine Seite, nämlich sein Dank an seine Familie, an seine Mitarbeiter, denn sein Buch bietet mehr, sehr viel mehr. Es ist ein Plädoyer für die Existenz des deutschen Mittelstandes und für eine effiziente Marktwirtschaft. Der Unternehmer Ernst K. Jungk stellt sich als veranwortungsbewusster Bürger den Problemen, den politischen Fragen der Gegenwart und scheut sich nicht, auch heiße Eisen anzupacken. Die 150jährige Geschichte eines Unternehmen wird unterhaltsam, ja brillant beschrieben. Zugleich bleibt Ernst K. Jungk nicht in diesem Rahmen stehen, sondern schreibt ein aktuelles und äußerst politisches Buch, um seinen eigenen, entschiedenen Beitrag für eine freiheitliche Wirtschafts- und Sozialordnung zu leisten.

Vergegenwärtigen wir uns einmal rund 90 Prozent der Studierenden, die Mehrheit unserer Jugend, sucht nach dem Studium und dem Abschluss einer Ausbildung einen Arbeitgeber. Und welchen Stellenwert besitzen in Deutschland im Bewusstsein der Öffentlichkeit ein Arbeitgeber und ein Unternehmer?

Unternehmer besitzen nicht das Ansehen, das sie eigentlich verdienen. Gleiches lässt sich auch von den Ingenieuren und Technikern sagen, denen wir Alternativen für höchst notwendige Innovationen verdanken, nicht den Politologen und Politikern. Dass wir Arbeitgeber, Unternehmer brauchen, die etwas unternehmen, für Ausbildungsplätze und produktive Arbeitsplätze sorgen, beschreibt Ernst K. Jungk in dem Kapitel rund um das freie Unternehmen eindringlich.

Das Thema Steuern bedarf dringend der Versachlichung, und hier wurde dem Autor bewusst, ein sogenanntes Preis - Leistungsverhältnis zwischen der Öffentlichen Hand und den Steuerzahlern besteht schon lange nicht mehr. Es wird schon als Normalität betrachtet, dass Politiker von den Bürgern erwirtschaftetes Geld als ihr Eigentum ansehen, worüber sie nach Gutsherrenart verfügen. Dass aber permanent steigende Steuerlasten die Wirtschaft schwächen, dem Allgemeinwohl nicht dienlich sind, ist schon längst kein Geheimnis mehr. Um hier Fragezeichen zu verdeutlichen, übernahm Ernst K. Junkt aus der libertären Zeitschrift Espero eine Diskussion zum Thema "Mehr Steuern", woran sich der angesehene Autor und Freiheitsdenker Robert Nef beteiligte.

Ernst K. Jungk ist ein Freund von klaren Worten. So spricht er deutlich aus: der Motor einer freien Marktwirtschaft ist der Kapitalismus. Die Wirtschaft läuft dann nicht mehr, wenn dieser Motor stottert, was z. B. dann der Fall ist, wenn die Regierungen ihre Regie im staatlichen Geldwesen führen und Banken mit den Steuern der Bürger finanzieren.

Ernst K. Jungk plädiert für das Molekül Kohlendioxid CO2 und reiht sich somit ein bei den Wissenschaftlern und Skeptikern, die nicht an einen menschengemachten Klimawandel glauben, sondern der Überzeugung sind, ständigen Klimawandel gibt es schon seit dem Bestehen der Erde. Vehement wendet er sich gegen einen Ablasshandel für einen mehr als fragwürdigen Treibhauseffekt. In der Tat, was ja verschwiegen wird, haben sich die CO2 Emissionen erhöht, während die globale Temperatur konstant blieb. Investitionen für einen fragwürdigen Klimaschutz ließen sich sinnvoller verwenden, auch für die Bewältigung von Klimaänderungen, die zur Erdgeschichte gehören.

Ernst K. Jungk ist kein Befürworter einer überstürzten Energiewende. Er protestiert leidenschaftlich gegen eine verhängnisvolle Entwicklung, die zu steigenden Strompreisen führt und die deutsche Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. In der Kritik stehen  "Erneuerbare Energien als Pseudo-Religion", wie sie vornehmlich von den Grünen inszeniert wird. Um zu unterstreichen, dass ein vorschnelles Abschalten der Kernkraftwerke in Deutschland nie geboten war, bringt er in seinem Buch ein Interview mit Prof. Christoph Braunschweig, Wirtschaftsuniversität Jekatarinenburg, das er aus der libertären Zeitschrift Espero übernommen hat. In Deutschland drohte nie ein Fukushima. Die Sicherheitsstandards bei den AKWs wurden erhöht. Zudem gibt es eine neue inhärente Generation von Reaktoren, bei denen Explosionen ausgeschlossen sind. Da wir unseren Energiebedarf nicht allein mit Wind und Sonne decken können, benötigen wir in den nächsten Jahren Brückentechnologien wie Kohle/Gas. Diese Probleme werden von Ernst K. Junkg beim Namen genannt während sie von der Politik verdrängt und verschwiegen werden. Gerade der deutsche Mittelstand wird von der bedrückenden Entwicklung der Energiekosten in Mitleidenschaft gezogen.

Angebliche Klimafreunde ignorieren, dass sich insbesondere durch die Verbrennung von Braunkohle die Emissionswerte CO2 sogar beträchtlich erhöhten, wozu beim vorschnellen Abschalten der Kernkraftwerke gar keine Notwendigkeit bestand. Wenn Ernst K. Jungk sein Buch mit einem Rundgang durch das Ziegelwerk II abschließt, die Vorteile einer monolithischen Wand mit JUWÖ Planziegeln als besonders ökologisch für einem Wärmeschutz beschreibt, dann spricht wieder der Unternehmer, der mit seinem Betrieb ein Produkt besonderer Qualität anbietet. Zugleich versöhnt er Technik und Natur. So findet sich inmitten seines Betriebes ein Arboretum, ein Baumgarten, mit fremdländischen Baumarten. Dort wird das Oberflächenwasser aus einem großen Teil des Betriebsgeländes in einem Biotop gesammelt und über ein Hydranten-System an die Pflanzen zurückgegeben. Überschüssiges Wasser wird zur Tonaufbereitung genutzt, um Frischwasser zu sparen.

In einem Kapitel erfahren wir etwas über seine Lebensweisheiten, seine Lebenserfahrung, sein in Jahrzehnten gewonnenes Wissen, das er insbesondere der Jugend vermittelt. Häufig ist zu hören, unsere Jugend habe keine Vorbilder. Das ist es, was das Buch von Ernst K. Jungk so wertvoll macht. Es legt Zeugnis ab vom Handeln und Wirken eines mitteldeutschen Unternehmers,  der mit seinem Lebenswerk unter Beweis stellt: Unsere Jugend wird eine Zukunft besitzen, wenn sie unternehmerische Leistung respektiert, sich auf Eigenverantwortlichkeit und Motivation im eigenen Dasein besinnt.

Uwe Timm