| Die Machtfrage |
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| Geschrieben von: mvp |
| Sonntag, 22. Juli 2012 |
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Gabor Steingart führt Politik auf ihren Kern zurück: Herrschen. Darum drehen sich alle Aktivitäten in den Parteien, der Regierung und der Opposition – oder vielleicht doch nicht ganz? Ziel der Politiker ist es nicht, die Wohlfahrt zu mehren, entgegen dem mit permanentem Gebrabbel erweckten Eindruck. Ziel der Politiker ist es vielmehr, die eigene Wohlfahrt zu mehren. Entstanden ist eine Herrschaft zur Wählerbewirtschaftung und ein politisches System im Niedergang. Neuerdings empfinden Bürger das als Störung. So lautet zusammengefasst die Diagnose des viel beachteten, ausgezeichneten Spiegelredakteurs. In fünf Kapiteln analysiert Gabor Steingart journalistisch souverän, auf einige Insider-Kenntnisse gestützt, die Funktionsmechanismen unserer Parteienherrschaft. Das sechste Kapitel enthält skizzenhafte Vorschläge für die Überwindung der Missstände. Aus der Perspektive des Frühjahrs 2009 stellt sich für den führenden Spiegelredakteur und Amerika-Korrespondenten die politische Lage Deutschlands wie folgt dar:
Gabor Steingart hat als überzeugter Sozialdemokrat die politische Lage Deutschlands treffend analysiert. Sein für den herrschenden Politikbetrieb entlarvenden Beobachtungen und Diagnosen haben keine Gültigkeit verloren, die Lage hat sich vielmehr weiter zugespitzt wie die Entmächtigung des Parlaments und das Regierungshandeln im Zuge der Eurokrise zeigen. Tiefgründigen Lesern mag die theoretische Fundierung fehlen, sie können diese aber mitdenken, darunter den Mythos des rationalen Wählers und weitere Erkenntnisse der Public Choice Schule. Naturgemäß stellt sich eine Anschlussfrage: Wer soll die Reformen angehen? Sinnvoll sind sie im bestehenden System allemal. Ergänzend sollte die in den USA bekannte Feststellung beherzigt werden: Politik ist nicht die Lösung, sondern das Problem! Michael von Prollius |






Gabor Steingart: Die Machtfrage. Ansichten eines Nichtwählers, Piper Verlag, München 2009, 214 S., antiquarisch preiswert erhältlich.