| Freiheit statt Sozialismus |
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| Geschrieben von: mvp |
| Montag, 03. Oktober 2011 |
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Tatsächlich haben sich recht unterschiedliche Personen und Gesellschaftsgruppen Hayek als Person und seinem Werk zugewandt. In der Gründungsphase wurde er von den Ordoliberalen als Neoliberaler und Fürsprecher einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung – der sozialen Marktwirtschaft – gesehen. Wilhelm Röpke und Alexander Rüstow wandten sich in den späten 1950er Jahren von ihm ab, da Hayek in ihren Augen nun als Laissez-faire Liberaler galt. In den 60er Jahren dominierte der Keynesianismus. Hayek fand in Freiburg Anhänger, die in ihm einen Nachfolger von Walter Euckens Werk sahen; zudem richteten zeitweise Interessenten aus stark konservativen staatsrechtlichen Kreisen ihr Interesse auf ihn. Mit der Krise des Keynesianismus in den 70ern rückte zwar der Monetarismus stärker in den Vordergrund, in der bundesdeutschen Politik diente Hayek allerdings 1976 und 1980 der CDU/CSU und insbesondere Franz Josef Strauß als geistiger Referenzpunkt. Der Wahlkampf wurde dazu passend auf die Formel „Freiheit oder Sozialismus“ zugespitzt. Damit genoss Hayek nicht nur als Ökonom und Rechtswissenschaftler in akademischen Kreisen, sondern auch in der deutschen Politik Aufmerksamkeit. Seine Rezeption auch in politischen Praxis war jedoch in den USA (Reaganomics) und England (Thatcherism) weitaus größer. In den 80ern fanden sich nur noch einige Wirtschaftsliberale wie Otto Graf Lambsdorff, die sich auf ihn beriefen. Hayek galt je nach Zeit und Ort als Neoliberaler, Laissez-faire Liberaler, Anti-Keynesianer, Antisozialist und klassisch Liberaler. Im Einklang mit Hayeks Auffassung über die Bedeutung von Ideen hat Iris Karabelas ihr Kernanliegen prima gelöst, „eine Verbindung herzustellen zwischen der Analyse der Konstitution und Konzeption von Ideen einerseits und ihrer Wirkungsmächtigkeit in gesellschaftlichen Prozessen andererseits.“ Michael von Prollius |






Iris Karabelas: Freiheit statt Sozialismus. Rezeption und Bedeutung Friedrich August von Hayeks in der Bundesrepublik, Campus Verlag, Frankfurt, New York 2010, 250 S., 29,90 Euro.