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Freitag, 20. April 2012 |
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Militärische Operationen mit dem Ziel eines Wiederaufbaus scheitern öfter als sie gelingen. Die erfolgreiche Ausnahmen sind rar und durch Sonderbedingungen gekennzeichnet, darunter die Philippinen, die Länder der ersten „Achse des Bösen“ nach deren Niederlage im Zweiten Weltkrieg, insbesondere Japan und Deutschland, sowie eventuell Panama nach 1989. Auch „Nationbuilding“ schadet eher als erfolgreich zu sein. Hinweise auf Ursachen und Alternativen – namentlich unilateraler Freihandel und Nichteinmischung – bieten Erkenntnisse der Public Choice Theorie und der Österreichischen Schule. |
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Samstag, 07. April 2012 |
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Hans Mathias Kepplinger: Die Mechanismen der Skandalisierung. Zu Guttenberg, Kachelmann, Sarrazin & Co.: Warum einige öffentlich untergehen – und andere nicht, Olzog Verlag, München 2012, 223 S., 26,90 Euro.
Die Nutzen-Schadens-Bilanz von Skandalen ist fragwürdig, zu diesem Urteil gelangt Hans Mathias Kepplinger am Ende seiner empirisch gesättigten Studie über die Mechanismen der Skandalisierung. Skandale sind „die Folge von Mechanismen öffentlicher Kommunikation“. „Skandale im Sinn der vorliegenden Studie liegen nur dann vor, wenn die eindeutige Mehrheit der interessierten Bevölkerung mit Empörung auf einen Missstand reagiert und Konsequenzen fordert. Dabei ist unerheblich, ob der Missstand tatsächlich besteht. Entscheidend ist die Vorstellung der Mehrheit.“ Häufig wird immerhin der Kern der Sache erkennbar, die Wahrheit hat aber regelmäßig keine Chance und geht in unsachlichen Darstellungen unter. |
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Dienstag, 03. April 2012 |
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Jörg Zittlau: Nerds. Wo eine Brille ist, ist auch ein Weg, List Verlag, Berlin 2011, 239 S., 14,99 Euro.
Mises war einer! Rothbard auch? Die Rede ist von Nerds. Ihr Dasein ist für Jörg Zittlau ein „durch und durch vergeistigtes Sein.“ Eine Definition fällt auch dem Wissenschaft mit Humor verbindenden Bremer Bestsellerautor schwer; er wagt sich aber mit einer Typologie an das Phänomen heran – Hauptmerkmal: „Das Fokussieren aller geistigen Kräfte auf seine Herzensangelegenheit gehört zu den Schlüsselmerkmalen eines Nerds.“ |
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Donnerstag, 15. März 2012 |
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Rezension von Heike Knortz: Wirtschaftsgeschichte der Weimarer Republik. Eine Einführung in Ökonomie und Gesellschaft der ersten Deutschen Republik, Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht, 2010, erschienen in: Historische Zeitschrift 294 (2012), 247f. Wirtschaftsgeschichte wird nicht die Bedeutung zugemessen, die ihr tatsächlich gebührt, Politik hingegen regelmäßig überbewertet. Entscheidende gesellschaftliche Entwicklungen sind ökonomischer Natur, Politik ist regelmäßig ein Krisentreiber. |
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Mittwoch, 18. Januar 2012 |
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Gerd Habermann: Freiheit oder Knechtschaft? Ein Handlexikon für liberale Streiter, Olzog Verlag, München 2011, 256 S., 26,90 Euro.
Der Wirtschaftsphilosoph Gerd Habermann weist mit seiner neuen Kompilation auf den zeitlosen, im Krisenringen wieder brandaktuellen Gegensatz zweier ordnungspolitischen Idealtypen hin: Freiheit oder Knechtschaft? Das dem Handlexikon vorangestellte Konfuzius-Zitat ist Programm: „Wenn die Begriffe sich verwirren, verfallen die Ordnungen.“ Wie bereits mit seinem polemischen Soziallexikon „Richtigstellung“ streitet der Vollblutliberale leidenschaftlich gegen die praktizierte Umwertung der Begriffe. |
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Mittwoch, 26. Oktober 2011 |
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Wilhelm Hankel, Wilhelm Nölling, Karl Albrecht Schachtschneider, Dieter Spethmann, Joachim Starbatty: Das Euro-Abenteuer geht zu Ende: Wie die Währungsunion unsere Lebensgrundlagen zerstört, Kopp Verlag, 1. Auflage Juli 2011, 252 S., 19,95 Euro.
Fünf volkswirtschaftlich erfahrene Professoren, bewährt in Wissenschaft und Praxis, entlarven die Rettungs-, Stabilisierung- und Einheitspropaganda der herrschenden Nomenklatura in Brüssel und Berlin. Im Euro- und EU-Drama bedeutet Rettung nämlich Krisenverschärfung, Stabilisierung uferlose Transferzahlungen und vermeintliche Einheit tatsächlich Spaltung. In ihrem einleitenden Appell an die Bürger „Europa retten“ schreiben sie: „Die europäische Existenzkrise ist nicht vom Himmel gefallen. Sie ist das Ergebnis maßlos leichtsinniger, hoch riskanter Politik und wird Europa in den Abgrund reißen.“ |
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Samstag, 15. Oktober 2011 |
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Hans-Gert Braun: Armut überwinden durch Soziale Marktwirtschaft und Mittlere Technologie. Ein Strategieentwurf für Entwicklungsländer, LIT Verlag, Berlin 2010, 296 S., 39,90 Euro.
Die Überwindung von Armut zählt zu den großen Herausforderungen der Menschheit. Zugleich geht es den Menschen – wie auch der Umwelt – kontinuierlich besser, allen Schreckensmeldungen zum Trotz. Das gilt insbesondere dort, wo die Marktwirtschaft Fuss fassen kann. Zwar beanspruchen Politiker und Regierungen genauso wie Vertreter von Nichtregierungsorganisationen die Überwindung der Armut als ihre Aufgabe. Allerdings ermöglicht allein die Marktwirtschaft mehr Wohlstand, andere Institutionen wie der Staat können lediglich Rahmenbedingungen zum Guten wie zum Schlechten ändern und Entwicklungsstrategien verfolgen. |
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Mittwoch, 12. Oktober 2011 |
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Christian Hoffmann und Pierre Bessard (Hg.): Natürliche Verbündete. Marktwirtschaft und Umweltschutz, Edition Liberales Institut, Zürich 2009, 177 S., 9,90 Euro.
Umweltanliegen sind unvermeidlich, weil sich in einer ständig wandelnden und entwickelnden Welt Konflikte ergeben, deren Lösung nicht ad hoc möglich ist. Allerdings bieten gesicherte Eigentumsrechte, durchsetzbare Verträge, der Preismechanismus wie die Marktwirtschaft insgesamt und nicht zuletzt technischer Fortschritt Voraussetzungen, um in einem Entdeckungsverfahren die drängenden Probleme zu lösen. Das sollte zunächst vor Ort bei den Menschen selbst geschehen. |
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Freitag, 07. Oktober 2011 |
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Rahim Taghizadegan: Wirtschaft wirklich verstehen. Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie, Finanzbuch Verlag, München 2011, 287 S., 24,99 Euro.
Es gibt eine Fülle von Einführungen in die Wirtschaft, dennoch mangelt es an an einem richtig guten Buch. Das hat sich nun mit Rahim Taghizadegans ganz ausgezeichneter Einführung in die Ökonomie der Österreichischen Schule geändert. |
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Montag, 03. Oktober 2011 |
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Iris Karabelas: Freiheit statt Sozialismus. Rezeption und Bedeutung Friedrich August von Hayeks in der Bundesrepublik, Campus Verlag, Frankfurt, New York 2010, 250 S., 29,90 Euro.
Friedrich August von Hayek ist wieder in aller Munde. Das war bereits vor der Weltfinanzkrise der Fall. Wann, warum und von wem Hayek in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1949 und 1990 rezipiert wurde hat Iris Karabelas in ihrer gleichermaßen allgemeinverständlichen wie lesenswerten Dissertation untersucht. Ihrer Einleitung hat sie ein Hayek-Zitat vorweg gestellt, das sein wissenschaftliches Werk und seine Empfehlung für politisches Handeln im Sinne einer freien Gesellschaft zum Ausdruck bringt: „Über lange Frist können wir die politische Tendenz nur ändern, indem wir die geistige Entwicklung ändern.“ |
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Dienstag, 26. Juli 2011 |
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Jeffrey A. Miron: Libertarianism. From A to Z, Basic Books, New York 2010, 198 S., 18,99 Euro.
Der Hochschullehrer in Harvard und Senior Fellow des Cato Instituts hat sich erklärtermaßen schwer getan, seine libertäre – gemeint ist konsequent liberale – Perspektive auf Wirtschafts- und Sozialpolitik in Buchform zu bringen. Immerhin lautet seine Empfehlung regelmäßig: „small governemnt is the right approach“. Das Ergebnis seines Ringens mit dem Stoff ist ein lesenswertes Lexikon mit über 100 Artikel unterschiedlicher Länge (und Qualität). |
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Sonntag, 24. Juli 2011 |
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Roger de Weck: Nach der Krise. Gibt es einen anderen Kapitalismus?, Nagel & Kimche im Carl Hanser Verlag, München 2009, 112 S. 10,00 Euro.
Wenn Sie einmal ein richtig schlechtes Buch lesen wollen, dann ist der Essay des früheren Chefredakteurs der Hamburger ZEIT und des Zürcher Tages-Anzeigers eine gute Wahl. Sie können sich dann wahlweise ärgern oder aber gelangweilt über wiedergekaute Marktfeindschaft und pseudointellektuelles Eintreten für eine durch und durch widersprüchliche ökosozialistische Marktwirtschaft einschlafen. |
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Montag, 18. Juli 2011 |
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Michael J. McKay: Secrets about money that put you at risk. The basic things about money and wealth you must know and probably do not, Radio Free Market, Fairfield 2010, 50 S., 8,90 Euro.
Unprätentiös, persönlich, fokussiert – so ließe sich der schmale Band von Michael J. McKay, Gründer von Iowa Capital Management und RadioFreeMarket.com, beschreiben. Die Ursache der Weltfinanzkrise analysiert der selfmade „Österreicher“ in einer Art E-Mail-Stil mit Unterstreichungen und fett gedruckten Passagen auf nur 50 groß bedruckten Seiten. Allgemeinverständlich dekliniert McKay die zentralen Lehren: Was ist Geld – was Scheingeld, was ist Inflation – was Bruchteilreservesystem? Unterschied und Zusammenhang zwischen Wohlstand, Wert und Geld werden ebenso deutlich wie der Wert(verlust) von Geld. Michael J. McKay warnt: „Merken Sie sich, dass wir in absehbarer Zeit eine dramatisch ansteigende Preisinflation sehen werden. Alles wird Sie mehr kosten.“
Die von Ron Paul empfohlene Broschüre eignet sich, um viele Menschen über das herrschende Scheingeldsystem aufzuklären und zu weiterer Lektüre anzuregen. Fehlt nur noch ein deutsches Pendant. |
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Mittwoch, 13. Juli 2011 |
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Die nachfolgende Rezension ist zwar bereits 2007 in der VSWG 94 (2007), 514f. erschienen, bleibt aber in vielerlei Hinsicht aktuell.
Volker R. Berghahn/Sigurt Vitols (Hg.): Gibt es einen deutschen Kapitalismus? Tradition und globale Perspektiven der sozialen Marktwirtschaft, Campus Verlag, Frankfurt am Main 2006, 229 S., 24,90 €.
„Das klassische Griechisch war in einer glücklicheren Situation, da es verschiedene einzelne Wörter für die beiden Arten von Ordnung zur Verfügung hatte, nämlich Taxis für eine gemachte Ordnung wie etwa eine Schlachtordnung und Kosmos für eine gewachsene Ordnung, ein Ausdruck, der ursprünglich ‚eine richtige Ordnung in einem Staat oder in einer Gemeinschaft’ bedeutet.“ schrieb Friedrich August von Hayek im ersten Band von „Recht, Gesetz und Freiheit“. |
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Samstag, 18. Juni 2011 |
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Franz-Ulrich Willeke: Deutschland, Zahlmeister der EU. Abrechnung mit einer ungerechten Lastenverteilung, Olzog Verlag, 158 S., 19,90 Euro.
Einen Ariadnefaden benötigt man, um die intransparenten und der Öffentlichkeit weitgehend entzogenen Zahlungsströme der EU ans Tageslicht zu bringen. Mit „Deutschland, Zahlmeister der EU“ hat der emeritierte VWL-Professor aus Heidelberg, Franz-Ulrich Willeke, der interessierten Öffentlichkeit ein in diesem Sinne geradezu fürstliches Geschenk bereitet: eine allgemein verständliche Darstellung der Lastenverteilung innerhalb der EU. Zu den Fragen, die Willeke stellt und beantwortet, gehören: Wer ist Nettozahler, wer Nettoempfänger? Wie steht Deutschland im Vergleich mit anderen Staaten da? Ist die Lastenverteilung gerecht? Wieviel hätte Deutschland bei gerechter Lastenverteilung tragen müssen? Das Ergebnis seiner verdienstvollen Recherchen birgt wirtschaftlichen und politischen Sprengstoff: Die Deutschen sind seit Jahren ausgeplündert worden! |
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Sonntag, 05. Juni 2011 |
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Tahar Ben Jelloun: Arabischer Frühling. Vom Wiedererlangen der arabischen Würde, Berlin Verlag, 2. Auflage 2011, 128 S., 10,00 Euro.
Menschen in der arabischen Welt stehen auf und fallen – für ihre Würde, für die Freiheit eines jeden Einzelnen; sie kämpfen mit Worten, Gesten, Präsenz und zum Teil Gegengewalt, um sich von den menschenverachtenden Regimen zu befreien, die sie über Jahrzehnte überwacht, drangsaliert, geknechtet und gefoltert, korrumpiert und vielfach in Himmel schreiender Armut im Verhältnis zum Luxus ihrer Diktatoren festgehalten haben. |
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Samstag, 28. Mai 2011 |
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Berit Bliesemann de Guevara und Florian P. Kühn: Illusion Statebuilding. Warum sich der westliche Staat so schwer exportieren lässt, Edition Körber Stiftung, Hamburg 2010, 215 S., 14,00 Euro.
Berit Bliesemann de Guevara und Florian P. Kühn sind in dem von der Körber Stiftung herausgegeben Buch „Illusion Statebuilding“ der Frage nachgegangen, warum der westliche Staat so schwer zu exportieren ist. Sie liefern folgende Antworten: |
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Sonntag, 24. April 2011 |
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Michael Schmidt-Salomon und Lea Salomon: Leibniz war kein Butterkeks. Den großen Philosophen und kleinen Fragen der Philosophie auf der Spur, Pendo Verlag, München, Zürich 2011, 288 S., 17,95 Euro.
Gibt es Gott, ein Leben nach dem Tod und warum macht Sex Spaß, Sterben aber nicht? Sollten wir auf eigene Leistungen stolz, außerdem stets vernünftig und toleranter sein? Diesen und anderen Fragen über das Leben und die Kunst des Lebens, über die grundsätzlichen Fragen und Zusammenhänge unseres Daseins philosophieren Vater und Tochter auf unterhaltsame Weise. |
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Sonntag, 13. Februar 2011 |
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Stephan Bierling: Geschichte des Irakkriegs. Der Sturz Saddams und Amerikas Albtraum im Mittleren Osten, Verlag C. H. Beck, München 2010, 253 S., 12,95 Euro.
Stephan Bierlings Geschichte des Irakkriegs hat von Rezensenten viel Zuspruch bekommen. Tatsächlich handelt es sich um eine beispielhafte politikhistorische Analyse: flüssig in der Argumentation, differenziert und geradlinig in der Analyse, facettenreich auch durch die Verschränkung verschiedener Ebenen: von der strategischen, internationalen Dimension bis zur Motivation und dem Vorgehen namhafter Protagonisten. |
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Mittwoch, 05. Januar 2011 |
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Armin Mohler: Gegen die Liberalen, Edition Antaios kaplaken 21, Schnellroda 2010, 80 S., 8,00 Euro.
Der scharfzüngige Publizist Armin Mohler (1920-2003), u.a. Sekretär von Ernst Jünger, gilt manchem Konservativen als derjenige, der mit seiner Schrift „Gegen die Liberalen“ eine „fulminante Liberalenbeschimpfung“ vorgelegt und die Unhaltbarkeit liberaler Positionen nachgewiesen haben soll. |
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Freitag, 24. Dezember 2010 |
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Peter D. Schiff and Andrew J. Schiff: How an Economy Grows and Why it Crashes, John Wiley & Sons, Hoboken 2010, 233 S., 14,39 Euro.
Die Überraschung des Jahres ist das mit zahlreichen Comic ähnlichen Illustrationen versehene Buch des Ökonomen und Bestsellerautors Peter Schiff, der bereits 2002 und 2006 die Finanzkrise vorhergesagt hatte. Das von seiner Aufmachung her ungewöhnliche Buch ist eine exzellente Einführung in die Ökonomie und zugleich eine allgemein verständliche Erklärung der Weltwirtschaftskrise. |
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Dienstag, 19. Oktober 2010 |
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Gérard Bökenkamp: Das Ende des Wirtschaftswunders. Geschichte der Sozial-, Wirtschafts- und Finanzpolitik in der Bundesrepublik 1969-1998, Lucius & Lucius, Stuttgart 2010, 569 S., 49,00 Euro.
Von der Reformeuphorie durch Planung zur Rücknahme eben jener Reformen angesichts einer nicht mehr ignorierbaren Realität – das ist der Spannungsbogen der umfangreichen, aber lesenswerten Monographie von Gérard Bökenkamp über Politik und Rahmenbedingungen, die das Wirtschaftswunder beendeten. „Es geht in diesem Buch immer wieder um die Konsolidierungspolitik, ihre seltenen Erfolge und ihr häufiges Scheitern.“ konstatiert der Berliner Historiker, der seine Dissertation unter das Leitbild des Sisyphos stellt. Die Zukunft der Demokratie hänge davon ab, ob immer wieder eine begrenzte „Austerity-Politik“ gelinge.
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Sonntag, 26. September 2010 |
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Eugen Maria Schulak und Herbert Unterköfler: Die Wiener Schule der Nationalökonomie. Eine Geschichte ihrer Ideen, Vertreter und Institutionen, Verlag der Provinz edition seidengasse, Weitra 2009, 250 Seiten, 24,00 Euro.
Drei Determinanten unterscheiden Österreichische Ökonomik und Neoklasik: hier zweckgerichtetes Handeln, individuelle Präferenzen und dynamische Prozesse – dort Optimierungsverhalten, fixe Präferenzen und statisches Gleichgewicht. Diese und eine Fülle weiterer Erkenntnisse bietet die sehr lesenswerte, vorwiegend ideengeschichtlich ausgerichtete Darstellung der Wiener oder Österreichischen Schule der Ökonomik.
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Dienstag, 21. September 2010 |
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Bernd Grzeszick: Wohlfahrt zwischen Staat und Markt. Korporatismus, Transparenz und Wettbewerb im Dritten Sektor, (Duncker & Humblot) Berlin 2010, 83 S., 58,00 Euro.
„Staatliches Handeln sollte überall dort zurückgedrängt werden, wo die Aufgaben ebenso gut oder besser durch Private erbracht werden können.“ empfiehlt Bernd Grzeszick und plädiert zugleich dafür dem „einzelnen Bürger ... wieder selbst das Heft in die Hand zu geben.“ Diese ordnungspolitisch geradlinigen Gedanken durchziehen erfreulicherweise den gesamten kompakten und nüchternen Band. Leider wird der positive Gesamteindruck bisweilen durch eine mangelnde Konsequenz in der Argumentation beeinträchtigt. Dafür kann der an der Universität Heidelberg lehrende Staatsrechtler seinen Anspruch gerecht werden, indem er einen ersten Überblick über exemplarische Erscheinungsformen des Korporatismus gibt sowie relevante Fragestellungen und Lösungsansätze aufzeigt. |
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Sonntag, 19. September 2010 |
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Rüdiger von Fritsch: Die Sache mit Tom. Eine Flucht in Deutschland, wjs Verlag, 3. Auflage Berlin 2009, 238 S., 19,95 Euro.
Ein durchweg gutes Buch ist selten. Der spannende, zeitgeschichtlich eindringliche Bericht über die jugendliche Fluchthilfe des heutigen deutschen Botschafters in Polen für seinen Vetter aus der DDR im Sommer der Fussballweltmeisterschaft 1974 gehört zu dieser seltenen Gattunng. „Die Sache mit Tom“ ist sehr gut geschrieben, sorgfältig verlegt und liegt auch noch gut in der Hand.
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Montag, 02. August 2010 |
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Hans-Olaf Henkel: Die Abwracker. Wie Zocker und Politiker unsere Zukunft verspielen, Wilhelm Heyne Verlag, 5. Auflage München 2009, 256 S., 19,95 EUR (Taschenbuch 8,99 EUR).
Die abschließende Empfehlung von Hans-Olaf Henkel lautet (bekanntlich), eine „Hall of Shame“ zu errichten, die vor den Abwrackern der Marktwirtschaft warnt. Als ehemaliger Praktiker liefert der frühere IBM-Deutschland-Chef gleich einige Kandidaten: Middelhoff, Schrempp und Piëch. Bezeichnenderweise finden sich keine Politiker unter ihnen. Der Untertitel verspricht hingegen noch Aufklärung darüber, wie Zocker und Politiker unsere Zukunft verspielt haben. Dieser Widerspruch ist kein Zufall und weist auf eine Merkwürdigkeit hin. |
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Mittwoch, 21. Juli 2010 |
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Christian Zeuß: Kapitalanlage und die Gefahr des schleichenden Sozialismus. Ein Blick hinter die Kulissen, Books on Demand, o.J.. o.O., 12,90 Euro.
Es ist erfreulich wie verbreitet das Gedankengut der Österreichischen Schule inzwischen ist. Eine erfolgreiche Verbindung von Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaft respektive erfolgreicher Vermögensverwaltung hat frühzeitig etwa Claus Vogt aufgezeigt. Nun legt der private Portfoliomanager Christian Zeuß eine kleine Schrift in österreichischer Tradition vor. Sie erläutert auch für absolute wirtschaftliche Laien wesentliche Parameter für Anlageentscheidungen und gibt Einblick in eine Vielzahl von Anlageklassen darunter Termingeld, Aktien, Immobilien und festverzinsliche Wertpapiere. Hinzu kommen Exkurse in Statistik, nominale und reale Wertentwicklung sowie eine Kritik der „unfähigen Politik“. Auch einige herausragende Vertreter der Österreichischen Schule und der (tabellarische) Unterschied zur aktuellen Wirtschaftspolitik werde auf wenigen Seiten skizziert. |
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Sonntag, 11. April 2010 |
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Gregor Hochreiter: Krankes Geld, kranke Welt. Analyse und Therapie der globalen Depression. Mit einem Vorwort von Roland Baader, Resch Verlag, Gräfelfing 2010, 264 S. 19,90 EUR. Ein krankes Geldsystem und eine zum Teil daraus resultierende verfehlte Lebenseinstellung haben die aktuelle globale Depression verursacht und gefördert, die überwiegend als Weltwirtschaftskrise oder internationale Finanz(markt)krise bezeichnet wird. Wir lassen uns durch eine Illusion ungedeckter Papiergeldscheine täuschen – das staatliche, auf Kredit- und Schulden beruhende Geld hat das vom Markt kommende gedeckte Warengeld ersetzt. Zugleich unterminiert der „Inflationierungsprozess .. schleichend die für den materiellen wie immateriellen Wohlstandsaufbau unumgänglichen Sekundärtugenden der Sparsamkeit, Aufrichtigkeit und Eigenverantwortlichkeit.“ Die bislang genannten Erkenntnisse bilden den Kern der ganzheitlichen Analyse des Wiener Ökonomen Gregor Hochreiter, die er allgemein verständlich und mit großer Überzeugungskraft vornimmt. Seine Diagnose und Therapie der globalen Depression ist die bisher beste Darstellung zu diesem Thema.
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Mittwoch, 07. April 2010 |
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Ehrhardt Bödecker: Preußen und die Marktwirtschaft, Olzog Verlag München 2006, 135 S., 14,90 EUR.
Was hat Preußen mit Marktwirtschaft zu tun? Viel, meint Ehrhardt Bödecker, Privatbankier im Ruhestand und früherer Verwaltungsrichter. Preußen, das ist für ihn vor allem seine Blütezeit als Deutsches Kaiserreich: „Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß der Höhepunkt unserer jüngeren deutschen Geschichte das 'Deutsche Kaiserreich' war.“ Und die ökonomischen Statistiken dieser Zeit, die Bödecker im Vergleich mit der „Wirtschaftswunderzeit“ einerseits und der Wirtschaftsmisere heute aufführt, sprechen für sich. Verschwindend geringe Arbeitslosigkeit, die geringste Steuerbelastung pro Kopf in Europa, ein sehr hohes Bildungsniveau und technologische Führerschaft in vielen Industriezweigen gingen Hand in Hand.
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Sonntag, 04. April 2010 |
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Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte – Die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland: von der Regulierung zur Deregulierung, hg. von Günther Schulz u.a., 96 (2009) H. 4, rund 117 Seiten (Jahresabonnement 202,20 Euro, Einzelheft 55,20 Euro jeweils zuzüglich Versandkosten). Die VSWG (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte) ist die älteste Zeitschrift dieser Wissenschaftsrichtung. Sie besteht seit 1903 und enthält Aufsätze, Miszellen und Rezensionen zum gesamten Spektrum der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte mit einem Schwerpunkt auf dem deutschsprachigen Raum. Im Mittelpunkt des vierten Hefts 2009 steht die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland. Abgedruckt sind im Anschluss an eine Hinführung fünf Beiträge der Podiumsdiskussion, die der Wirtschaftshistorische Ausschuss des Vereins für Socialpolitik im Rahmen seiner Jahrestagung im März 2009 in Aachen veranstaltet hat. Die übergreifende These lautet: Von der Regulierung zur Deregulierung. Eine derartige Aussage mag Leser von Forum Ordnungspolitik zunächst überraschen, befindet sich Deutschland doch mit mehr als 80.000 täglich zu beachtenden Vorschriften im „Paragraphenrausch“. So haben die vielfältigen ökonomischen Strukturprobleme Deutschlands zumindest eine gemeinsame Wurzel: eine anmaßende Regulierung. Die im vorliegenden Band thematisierte Entwicklung beginnt jedoch in der NS- beziehungsweise der Besatzungszeit und enthält unter anderem auch Regulierungstrends. Zudem werden nur einige ausgewählte Sektoren behandelt. Die nachfolgende Besprechung verbindet wirtschaftsgeschichtliche Aspekte mit grundsätzlichen Überlegungen und aktuellen (ordnungs)politischen Entwicklungen.
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Sonntag, 03. Januar 2010 |
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Katja Gentinetta / Karen Horn (Hg.): Abschied von der Gerechtigkeit. Für eine Neujustierung von Freiheit und Gleichheit im Zeichen der Krise, Frankfurter Allgemeine Buch, Frankfurt am Main 2009, 144 S., 19,90 EUR.
Die Erwartung ist groß, die Erfolgslatte liegt höher, wenn Mitstreiter für die Freiheit sich einem bedeutenden Thema annehmen. Gerechtigkeit ist vielleicht das herausragendste gesellschaftspolitische Thema unserer Zeit. Insofern ist es ein Verdienst der beiden Herausgeberinnen und neun Autoren aus Wissenschaft, Publizistik und Verbandswesen, Gerechtigkeit und „soziale Gerechtigkeit“ aus einer (mehr oder minder) freiheitlichen und der Marktwirtschaft wohl gesonnenen Perspektive in einem optisch ansprechenden Band, leicht verständlich aufbereitet zu haben. |
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Sonntag, 20. Dezember 2009 |
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Wilhelm Röpke: Jenseits von Angebot und Nachfrage. Ein Klassiker der Sozialen Marktwirtschaft, Nachdruck der 1958 erschienenen 1. Auflage, Verlagsanstalt Handwerk GmbH, Düsseldorf 2009, 368 S., 19,80 EUR. Die Zeit ist reif für Querdenker mit Substanz, prinzipientreue Mahner und Kritiker. Auf die Gründerväter der Sozialen Marktwirtschaft treffen diese Charakterisierungen allesamt zu. Mitten in die sozialistische Brandung stellten sie mutig ihre Fundamente einer neu zu begründenden Civitas humana: die per se soziale Marktwirtschaft als Teil einer umfassenderen, menschengemäßen Sozialordnung. |
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Samstag, 05. September 2009 |
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Nina Grunenberg: Die Wundertäter. Netzwerke der deutschen Wirtschaft 1942-1966, Siedler Verlag, München 2006, 319 S., 12,95 EUR (Taschenbuchausgabe 2008). „Wundertäter“, so bezeichnet die renommierte Journalistin der Wochenzeitung „Die Zeit“ jene Führer von Großunternehmen, die sowohl im Dritten Reich als auch in der Wirtschaftswunderzeit an den Stellhebeln wirtschaftlicher Macht saßen. Der Begriff weist in mehrfacher Hinsicht auf die Schwierigkeit des Sujets hin. Natürlich vollbrachten die Unternehmer keine Wunder, allenfalls ließe sich Ludwig Erhards Wirtschaftsreform so bezeichnen, auch wenn den Zeitgenossen der einzigartige Wirtschaftsaufschwung mangels Zutrauen in die Marktwirtschaft wie ein Wunder vorkam. Gleichwohl waren sie unerschütterliches Pfeiler des Wiederaufbaus – und überwiegend Täter, durch ihre führende Stellungen in Albert Speers Reorganisation der NS-Kriegswirtschaft einschließlich der Verstrickung in Zwangsarbeit.
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Sonntag, 16. August 2009 |
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Hans Jörg Hennecke: Wilhelm Röpke. Marktwirtschaft ist nicht genug. Gesammelte Aufsätze, Manuscriptum Verlag, Waltrop und Leipzig 2009, 464 S., 24,80 EUR.
Zuerst kam die Kulturkrise dann die Konjunkturkrise, schließlich verbanden sich beide. Sowohl die Zeit um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. als auch vom 20. zum 21. Jahrhundert lässt sich, stark verkürzt, auf diese Formel bringen. Ökonomisch bilden damals wie heute geld- und ordnungspolitische Missstände den Rahmen für die Konjunkturprobleme. Indes fallen sozio-ökonomische Verwerfungen nicht vom Himmel. Vielmehr sind sie verflochten mit den sozialen und moralischen Voraussetzungen einer Gesellschaft im allgemeinen und der Marktwirtschaft im besonderen. |
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Donnerstag, 23. Juli 2009 |
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Brian Doherty: Radicals for Capitalism. A Freewheeling History of the Modern American Libertarian Movement, New York 2007, 741 S., 16,99 EUR (Taschenbuch). Brian Doherty bietet mit seiner detaillierten Geschichte über die libertäre Bewegung in den USA ein Lesevergnügen für alle Insider und die, die es werden wollen. Am Anfang war Ayn Rand, zumindest ist die Begründerin des Objektivismus so etwas wie die libertäre Initialzündung in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Doherty beschreibt die libertäre Bewegung jedoch umfassend seit ihrem Schattendasein als eine der Gründungsströmungen der USA. Der Einfluss liberaler Klassiker als auch bedeutender Schulen, ob Österreicher oder Chicagoer, und randständiger Experimente wird so illustriert, dass der Leser zwischen der Notwendigkeit einer Lesepause, auch zum Nachdenken, und dem Drang weiterzulesen, hin- und hergerissen ist.
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Dienstag, 28. April 2009 |
Werner L. Ende: Was Sie schon immer über Wirtschaft (nicht?) wissen sollten. Was Ihnen Lehrer und Professoren nicht gesagt haben, stay-free, 1. Aufl. Offenbach 2009, 209 S., 14,90 EUR.„Bücher sind nichts anderes als dicke Briefe an Freunde.“ Dieses Buch ist eine leidenschaftliche Antwort auf die veröffentlichte Sicht von Wirtschaft und Gesellschaft und dürfte die Leser ebenso spalten wie Jean Paul, von dem das einführende Zitat stammt. Unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise und der „katastrophale[n] Finanzpolitik der US-Regierung und ihrer Zentralbank“ hat Werner L. Ende ein gleichermaßen verdienstvolles wie streckenweise noch unvollständig wirkendes Buch in Eile geschrieben. |
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Montag, 13. April 2009 |
Alfred C. Mierzejewski: Ludwig Erhard. Der Wegbereiter der Sozialen Marktwirtschaft. Biografie, Pantheon Verlag, 1. Aufl. 2006, 399 S., 12,90 EUR.„Erhard hält, was er verspricht. Wohlstand für alle durch die Soziale Marktwirtschaft“ lautet der Text eines Wahlkampfplakates, das am Anfang der lesenswerten Biographie von Alfred Mierzejewski abgebildet ist. Der Slogan bringt drei zentrale Aspekte des Buches zum Ausdruck: Erstens den thematischen Schwerpunkt der Biographie, der auf der Wirtschaftsgeschichte der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit liegt; zweitens die abgewogen positive Einschätzung Erhards durch den Biographen und drittens Erhards herausragende Leistung: Der spätere Wirtschaftsminister führte im Juni 1948 die „richtige“ Wirtschaftsordnung gegen massive Widerstände ein und ermöglichte so den Menschen in Westdeutschland ein besseres Leben. Passend urteilt Mierzejewskis zum Schluss seiner Einleitung: „Erhard war nur teilweise erfolgreich, doch in dem Maße, wie er es war, wurde Deutschland zu einem besseren Land.“ |
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Sonntag, 30. November 2008 |
Hans Jörg Hennecke: Friedrich August von Hayek zur Einführung, (Junius Verlag), Hamburg 2008, 191 S. 13,90 EUR.
12x17x1,5cm – das sind die Maße des im Wortsinn Taschenbuchs von Hans Jörg Hennecke über das Leben und Werk von Friedrich August von Hayek. Die 160 Seiten Text sind eng bedruckt, was zunächst weniger gefällig wirkt. Aber der Hayek-Biograph bietet eine stilistisch gewohnt souveräne Darstellung von Leben und insbesondere Werk des Sozialphilosophen. |
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Mittwoch, 03. September 2008 |
Peter Lösche: Verbände und Lobbyismus in Deutschland, (Sonderauflage für die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung), Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2007, 196 S., 24,80 EUR.
Selbst gestecktes Ziel des inzwischen emeritierten Göttinger Politikwissenschaftlers Peter Lösche ist es, über die wirkliche Macht und Ohnmacht von Verbänden und anderen Sonderinteressenvertretern aufzuklären. Dazu bildet Lösche, der Mitglied in der SPD ist, zwei Schwerpunkte: neuere Entwicklungen und die Frage der Demokratiegefährdung. In acht Kapiteln mit rund 130 Seiten und einem umfangreichen Anhang bietet das Buch vor allem eine systematische Übersicht. Definition, Verbandstypologie, Art und Weise der Einflussnahme in Deutschland, Europa und den USA sowie Verbände und Lobbyisten in der politischen Theorie bilden den Inhalt des Buches, zudem auch ein perspektivisches Resümee zählt. |
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Freitag, 08. August 2008 |
Jörg Guido Hülsmann: Mises. The Last Knight of Liberalism, Ludwig von Mises Institute, Auburn 2007. ISBN 978 1 933550 18 3; 1143 S.; 43,00 USD.
Wer war Ludwig von Mises? Diese Frage können nur wenige Wissenschaftler, geschweige denn Politiker und Bürger im deutschen Sprachraum beantworten. Gründe, Ludwig von Mises (1881-1973) zu kennen, gibt es indes genug. Immerhin hat der österreichische Nationalökonom und Sozialphilosoph einen der bedeutendsten ökonomischen Artikel verfasst. In seinem Aufsatz „Die Wirtschaftsrechnung im sozialistischen Gemeinwesen“ (1920) wies Mises nach, dass rationale Wirtschaftsführung im Sozialismus mangels Privateigentum und Marktpreisen unmöglich ist. 70 Jahre später wurde dies eindrucksvoll bestätigt. Sein Hauptwerk „Nationalökonomie“ (1940), das 1949 in erweiterter Fassung unter dem Titel „Human Action“ erschien, wurde trotz seines Umfangs und Anspruchs mit bisher über 500.000 verkauften Exemplaren zu einem wissenschaftlichen Bestseller. Diese Sozialphilosophie ist eine Art liberales Gegenstück zu „Das Kapital“ von Karl Marx. Schließlich ließe sich anführen, dass Mises im 20. Jahrhundert den klassischen Liberalismus auf einzigartige Weise verkörperte: als Kopf der dritten Generation der „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“, als herausragender wirtschaftspolitischer Berater der österreichischen Regierung in den 1920er Jahren sowie Begründer einer „Mises-Schule“ und anti-etatistischen Graswurzelbewegung in den USA. |
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Samstag, 02. August 2008 |
Dietmar Dath: Maschinenwinter. Wissenschaft, Technik, Sozialismus. Eine Streitschrift, edition unseld Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008, 134 S., 10,00 EUR. 2010 jährt sich zum neunzigsten Mal der öffentliche Nachweis der Unmöglichkeit des Sozialismus. Ludwig von Mises hatte gezeigt, dass mangels einer funktionsfähigen Wirtschaftsrechnung, die in Marktwirtschaften das Preissystem sicherstellt, Sozialismus geplantes Chaos sein muss (als Buch: Die Gemeinwirtschaft, engl.: Socialism). Neosozialistische Überlegungen wie der Essay von Dietmar Dath scheitern stets bereits an dieser Hürde und bleiben literarische Fingerübungen ohne hinreichenden Realitätsbezug. Die 34 lose aneinander gereihten Kapitel über Moral, Technik, Existenzgeld, Fortschritt und manches mehr sind ein weiterer Beleg für den zum Scheitern verurteilten Sozialismus und zugleich für seine ungebrochene Anziehungskraft für Intellektuelle. |
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Sonntag, 18. Mai 2008 |
Carlos A. Gebauer: Warum wir alle reich sein könnten. Und wie unser Politik das verhindert. (Lichtschlag Nr. 12) Grevenbroich 2008, 236 S., 14,90 EUR. Möchten Sie schmunzeln und lachen, auch wenn Ihnen angesichts der bundesdeutschen Bürokratisierung aller Lebensbereiche eher zum Heulen zu Mute ist oder Sie vor blanker Wut die Faust in der Tasche ballen? Dann greifen Sie zu Carlos A. Gebauers Aufklärungslektüre – Sie werden es nicht bereuen! |
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Sonntag, 23. März 2008 |
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Das Institut für Wertewirtschaft in Wien hat im letzten halben Jahr drei lesenswerte Broschüren vorgelegt, die mehr als ein Grundverständnis über die Entstehung und Funktionsweise von Geld, Preisen und Zinsen vermitteln. Sie räumen mit verbreiteten Fehlurteilen über diese alternativlosen Kernelemente unseres Wirtschaftens auf. Zugleich lassen die sorgfältig verfassten Analysen erkennen, was eine Wert orientierte Wirtschaftsweise ausmacht und wieso diese im Gegensatz steht zu unserem heute vielfach aufgeblähten Scheinwirtschaftssystem. |
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Sonntag, 06. Januar 2008 |
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Christian Dirninger/ Jürgen Nautz/ Engelbert Theurl/ Theresia Theurl: Zwischen Markt und Staat. Geschichte und Perspektive der Ordnungspolitik in der Zweiten Republik (Böhlau Verlag), Wien, Köln, Weimar 2007, 555 S., 59,00 €.
Die Sehnsucht nach einem Dritten Weg ist groß. Gesucht wird eine tragfähige Versöhnung der als Antagonismen angesehenen Pole freier Tausch freier Menschen, dem wir die Chiffre Markt gegeben haben, und Staat, also der Gruppe, die über das Gewaltmonopol verfügt. Bezeichnender Weise soll eine derartige Lösung nach Ansicht Vieler in einer Vermischung beider Sphären bestehen. Diese Einschätzung prägt sowohl das Verständnis der Autoren des handbuchartigen Bandes mit dem folgerichtigen Titel „Zwischen Markt und Staat“ als auch Zustand, Geschichte und Perspektive der österreichischen Ordnungspolitik seit dem Zweiten Weltkrieg. |
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Dienstag, 01. Januar 2008 |
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Karsten von Blumenthal: Die Steuertheorien der Austrian Economics. Von Menger zu Mises, Metropolis-Verlag 2007, Marburg 2007, 436 S., 38,00 €.
Die Österreichische Schule der Nationalökonomie erfreut sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit. Ein Grund dafür sind die methodischen Mängel von Neoklassik und Neokeynsianismus, ein anderer die populäre Wiederbelebung des Gedankenguts durch vielfach private Initiativen nicht zuletzt im angelsächsischen Raum. Ein bislang unerschlossenes Thema sind die Steuertheorien. |
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Dienstag, 02. Oktober 2007 |
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Der Peruaner Alvaro Vargas Llosa gilt als einer der führenden Freiheitsdenker und Aufklärer Südamerikas. Noch hat allerdings Che Guevara einen Popularitätsvorsprung. „Che“ prankt auf T-Shirts, Taschen und Fahnen. Ein Kinofilm strickte unlängst an seinem Mythos mit – der Sozialrevolutionär, der Arzt, der Bohemian, der gern reiste und Cuba vom Kapitalismus befreite. Es wird Zeit, die Popikone vom Sockel zu stoßen und Konsumenten wie Revolutionsromantikern darüber aufzuklären, mit wem sie eigentlich herumlaufen oder hinterherlaufen:
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Freitag, 31. August 2007 |
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Jesús Huerta des Soto: Die Österreichische Schule der Nationalökonomie – Markt und unternehmerische Kreativität (Deutsche Erstausgabe aus der Serie „The International Library of Austrian Economics“, Bd. 12, hg. v. Friedrich August von Hayek Institut), Wien 2007, 152 S., 19,00 EUR.
Die Österreichische Schule erfreut sich zumindest in eingeweihten Kreisen zunehmender Beliebtheit. Diese Entwicklung hat verschiedene Ursachen: So ist die Ernüchterung über das Wissen, welches an den fast durchgängig neoklassisch dominierten deutschen Universitäten vermittelt wird, groß. Die Grundsätze der Österreicher sind hingegen unmittelbar verständlich, praxistauglich und zielen auf die kleinen und großen Fragen unseres Zusammenlebens zugleich ab. Hinzu kommen Bemühungen von unterschiedlicher Seite, die teilweise verschütteten Ideen wieder zu beleben. Ein gelungener Versuch ist der von Jesús Huerta de Soto verfasste Einführungsband, der vom Hayek Institut in Wien herausgegeben wurde. |
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Montag, 11. Juni 2007 |
Udo di Fabio: Die Kultur der Freiheit, C.H. Beck Verlag, München 2005. Ein fulminanter Titel, aber ordnungspolitisch kein großer Wurf! Ein kluges Buch, aber in seiner verwickelten Vielheit, Vagheit und gleichzeitigen konservativen Verbindlichkeit kein Masterplan für eine Kultur der Freiheit. Ein merkwürdiges Buch, das zunächst durch seine 17 Seiten Inhaltsverzeichnis und dann durch „intellektuelle Fingerübungen“ irritiert. |
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Montag, 11. Juni 2007 |
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Wieland Kurzka: Im Paragraphenrausch. Überregulierung in Deutschland – Fakten, Ursachen, Auswege, Resch Verlag, Gräfelfing 2005.
Der Resch Verlag bietet Autoren ein Forum, die kein Blatt vor den Mund nehmen. Jenseits des politisch korrekten Mainstreams prangern Autoren wie Roland Baader („totgedacht“, „Fauler Zauber“, „Geld, Gold und Gottspieler“) mit kraftvollen Worten Missstände der deutschen Gesellschaft und des deutschen Denkens an. Ihre Analysen der Ursachen und Auswege sind Streitschriften, die durch eine freiheitliche, Werte gebundene, häufig christliche Grundhaltung verbunden sind. Ein im besten Sinne liberales Bürgertum kommt hier mit populärwissenschaftlichen Sachbuchautoren zu Wort. Der Jurist Wieland Kurzka bietet mit seiner Abhandlung zur Überregulierung in Deutschland einen Zugang zum Verständnis unserer gesellschaftlichen Krise. In den drei Abschnitten Befund, Wurzeln und Konsequenzen stellt er die „Verrechtlichung unseres gesellschaftlichen Lebens“ dar. Besonders anschaulich ist ihm die Darstellung der Normenflut gelungen, die noch einmal die teils absurden, teils totalitär anmutenden Eingriffe mehrerer Gesetzgeber in die bürgerlichen Freiheitsrechte von der Säuglingsanfangsnahrung bis zur Friedhofssatzung aufzeigt. |
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Montag, 11. Juni 2007 |
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Alexander Gallus / Eckhard Jesse (Hg.): Staatsformen. Modelle politischer Ordnung von der Antike bis zur Gegenwart, Böhlau Verlag, Köln 2004, € 39,90. Den Staat gab es schon immer. Einen Überblick über Kontinuität und Wandel seiner real existierenden Formen und seiner Ideengeschichte bietet das wissenschaftlich nüchterne Handbuch der beiden Chemnitzer Politikwissenschaftler. Der historische Rückblick von der Antike bis heute zeigt, dass die menschlichen Bedürfnisse nach Freiheit und Wohlstand am stärksten in der Demokratie befriedigt werden. |
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Montag, 11. Juni 2007 |
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Machlup, Morgenstern, Haberler, Hayek und andere. Wirtschaftspublizistische Beiträge in kritischer Zeit (1931-1934), herausgegeben, eingeleitet und kommentiert von Hansjörg Klausinger, Metropolis Verlag: Marburg 2005, 387S.; 29,80€. Dieser Band bereitet Freude: Für Ökonomen und Historiker sind die fast 80 „Beiträge zur wirtschaftlichen Vernunft“ der dritten und vierten Generation der Österreichischen Schule eine kleine Fundgrube. Für alle wirtschaftspolitisch interessierten Leser sind außerdem die über 100 „Zwei-Minuten“-Glossen von Fritz Machlup eine gleichermaßen anregende wie unterhaltsame Lektüre. Die instruktive Einleitung und Kommentierung des Wiener Universitätsprofessors Hansjörg Klausinger ist eine wertvolle Hilfe, um die bisher weit gehend vernachlässigten journalistischen Schriften im Neuen Wiener Tagblatt aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise einordnen zu können. |
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Montag, 11. Juni 2007 |
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Hans-Hermann Gockel: Deutschland. Die überstrapazierte Nation, Resch-Verlag, Gräfelfing 2006, 203S, 13,90 EUR. In Deutschland gehen Versagen von Politikern und Vertrauensverlust der Bürger in Politiker Hand in Hand. In seinem „schmissig“ geschriebenen Streifzug durch die inzwischen zahlreichen Trümmerlandschaften der deutschen Gesellschaft belegt der bekannte TV-Journalist Hans-Hermann Gockel dass dies gute Gründe hat. Eine Fülle von Beispielen zeigt arrogante und zynische Politiker, die vor allem auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Zudem wachsen Arbeitslosigkeit und Armut, weil die „Macher“ auf Kosten der Arbeitnehmer abkassieren und Deutschland zu einem Ideenbrachland geworden ist. Hinzu kommen erodierende Bildung und mangelhafte Erziehung, die eine Null-Bock-Generation heranwachsen lässt, die sich für Klingeltöne ihrer Handys begeistert und katastrophale Defizite im Grundwissen aufweist. Hans-Hermann Gockel beleuchtet auch die Themen Zuwanderung und Islamismus, exorbitante Staatsverschuldung und siechende soziale Systeme sowie (Ausländer)Kriminalität bevor er aufzeigt, warum Deutschland zu einer „Bananenrepublik“ zu verlottern droht: Polit-Theater, Korruption und „Polit-Raffkes“ (S. 186), die sich üppig bei den Diäten bedienen und zusätzlich über undurchschaubare Nebeneinkünfte verfügen. MdB sei der „attraktivste aller Titel“, die inhaltsarme, telegene Selbstinszenierung in den Talkshows wichtiger als Parlamentsdebatten. |
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Sonntag, 10. Juni 2007 |
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Gerhard Schwarz, Gerd Habermann, Claudia Aebersold Szalay (Hg.): Die Idee der Freiheit. Eine Bibliothek von 111 Werken der liberalen Geistesgeschichte, Verlag Neue Zürcher Zeitung und Frankfurter Allgemeine Buch, Zürich und Frankfurt am Main 2007, 237 S., 24,90 EUR.
Kompendien über ökonomische Bücher haben Konjunktur. Gerade hat die Friedrich August von Hayek-Gesellschaft 111 Buchperlen der Freiheit ausgewählt, aufgereiht und gewürdigt. Zuvor sind bereits das 650 Seiten umfassende „Lexikon der ökonomischen Werke“, herausgegeben von Dietmar Herz und Veronika Weinberger, das wegweisende Schriften seit der Antike versammelt, und der von Michael Hüther, getAbstract und der Bundeszentrale für politische Bildung erarbeitete Band „Klassiker der Ökonomie. Von Adam Smith bis Amartya Sen“ erschienen. |
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Samstag, 31. März 2007 |
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Wolfgang Müller-Michaelis: Neue Wege zu mehr Beschäftigung. Ein Gegenentwurf zur gescheiterten Reformpolitik, Resch-Verlag Gräfelfing 2007, 269 S., 16,90 EUR.
Der aktuelle Konjunkturaufschwung wird gerne mit der Lösung der strukturellen Probleme unserer Volkswirtschaft verwechselt. Indes steht die ordnungspolitische Wende in Deutschland nach wie vor aus. Ein praktikabler Gegenentwurf zur gescheiterten Reformpolitik tut Not. Wolfgang Müller-Michaelis sucht den gordischen Knoten zu durchschlagen, indem er seinen kompakten Lösungsansatz unter den Primat der Beschäftigung stellt – frei nach der Formel: sozial ist, was Arbeit schafft. In dreizehn lose aufeinander folgenden Kapiteln werden Wege zu mehr Beschäftigung skizziert, wird für eine Wiederbelebung der Sozialen Marktwirtschaft geworben. Denkblockaden zu lösen ist dabei eine Art Herzensangelegenheit des früheren Generalbevollmächtigten der Deutschen BP AG. So räumt Müller-Michaelis mit zwei Mythen auf: Die verbreitete Annahme, es gebe eine fixe Arbeitsmenge und die Vorstellung, produktiv sei nur die Industrie. Tatsächlich ist Arbeit in unbegrenztem Ausmaß vorhanden, nur nicht am offiziellen Arbeitsmarkt, und infolge des Strukturwandels geben wir alle den größten Teil unseres Budgets für Dienstleistungen aus. |
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Mittwoch, 07. März 2007 |
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… fragt Abtprimas Notker Wolf in seinem lesenswerten Buch über staatliche Missstände und individuellen Möglichkeiten, diesen zu begegnen. Ausgangspunkt bildet sein klares Urteil: „Der Betreuungsstaat sozialdemokratischer Prägung ist bereits am Ende.“ (S. 16). Konsequent fordert der Benediktiner ein grundsätzliches Umdenken – weg vom bundesdeutschen Primat der Gleichheit hin zur Wiedererlangung der Freiheit. Letztlich geht es um nichts weniger als eine Grasswurzelrevolution in den Köpfen, denn ihr folgen die notwendigen Taten. Während der überkommene pseudomoralische Obrigkeitsstaat gehorsame, resignierte, verzagte und somit entmündigte Bürger benötigt, ermöglicht eine Ordnung der Freiheit unsere individuelle Entfaltung. Und diese Ordnung ist greifbar, wir selbst haben die dafür erforderlichen Veränderungen in unserer Hand, lautet die frohe Botschaft: „Aller Erfahrung nach ändern sich die Verhältnisse nämlich in dem Moment, in dem ich selbst sie ändere.“ (S.35). Diese positive Sicht durchzieht das ganze Buch. |
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Montag, 09. Oktober 2006 |
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Horst Siebert: Jenseits des Sozialen Marktes. Eine notwendige Neuorientierung der deutschen Politik. 539 S., Deutsche Verlags-Anstalt, München 2005.
„Im Laufe der letzten 40 Jahre ist Deutschland im Bereich seiner wirtschaftlichen Steuerung einem Irrweg gefolgt.“ (S. 515) So lautet die Botschaft des emeritierten Präsidenten des renommierten Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, der zudem von 1990 bis 2003 Mitglied des Sachverständigenrates war und nun in Bologna lehrt. Das Steuerungsproblem durchdringt alle Bereiche des deutschen Wirtschaftssystems wie Siebert in 14 Kapiteln vom Arbeitsmarkt über die sozialen Sicherungssysteme, die Gütermärkte und den Umweltschutz bis zur Finanzpolitik aufzeigt. Die deutsche Wirtschaftsordnung befindet sich in einem traurigen Zustand. Die Lektüre der durch die Politik verschuldeten Fehlentscheidungen, vor allem der eklatante Mangel an Vernunft machen wütend. |
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Montag, 09. Oktober 2006 |
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Reinhard K. Sprenger: Der dressierte Bürger. Warum wir weniger Staat und mehr Selbstvertrauen brauchen. 196 S., Campus Verlag, Frankfurt/ Main 2005
Reinhard K. Sprenger ist unserer Zeit voraus. Während Deutschland angesichts von Reformstau, Besitzstandwahrung und politischer Alternativlosigkeit wehleidig Nabelschau betreibt und Wissenschaft und Wirtschaft immer neue altbekannte Reformvorschläge zur Stabilisierung des über- und verkommenen bundesdeutschen Systems diskutieren, stellt der zum Philosoph gereifte Managementberater die Systemfrage. Mehr noch, er erklärt das bundesdeutsche System für gescheitert. Er fordert eine Neuordnung der Gesellschaft. Seine konkrete Utopie lautet: Freiheit. Sein Ausgangs- und Zielpunkt ist der Mensch – selbst bestimmt, selbst verantwortlich, selbst vertrauend. Ein Manifest der Freiheit! . |
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