Für Sie gelesen

Einschätzungen und Rezensionen bemerkenswerter Bücher, die nicht bereits Bestandteil des ordnungspolitischen Kanons sind, erscheinen in dieser Rubrik.



Geschichte des modernen ökonomischen Denkens PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 26. Mai 2013

Toni Pierenkemper: Geschichte des modernen ökonomischen Denkens. Große Ökonomen und ihre Ideen. Vandenhoek & Ruprecht UTB, Göttingen 2012, 223 Seiten, 19,99 €.

Der Titel hält was er verspricht: Der frühere Direktor des Instituts für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Köln, Toni Pierenkemper, hat ein lesenswertes Lehrbuch zur Geschichte des modernen ökonomischen Denkens verfasst. Aus Vorlesungen erwachsen bietet es einen guten dogmengeschichtlichen Überblick, der nicht nur für Bachelor-Studenten geeignet ist.

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Menschen oder Wohlfahrtsstaat PDF Drucken E-Mail
Samstag, 18. Mai 2013

Henry Hazlitt: Man vs. The Welfare State, Erstauflage 1969, Neuauflage Auburn 2007, 225 S.

Henry Hazlitt scheint selbst überrascht gewesen sein, dass Herbert Spencer in seinem 1884 erschienen Buch nicht durch das Wachstum des Staates, seine ausgreifende Zuständigkeit und die autoritären Aspirationen vorausgesehen hat, sondern dass auch die Wurzeln wohlfahrtsstaatlicher Politik in den USA bereits 1884 klar erkennbar bestanden – 1884! In Kapitel 23 „From Spencer’s 1884 to Orwell’s 1984“ von insgesamt 25 durchweg lesenswerten, teilweise geradezu fesselnden Kapiteln, zeigt Hazlitt diesen Sachverhalt auf.

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Eine Gesellschaftskrisis der Gegenwart: „Oversexed and underfucked“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 12. Mai 2013

Robert Pfaller: Wofür es sich zu leben lohnt. Elemente materialistischer Philosophie, Fischer Verlag, 3. Aufl. Frankfurt am Main 2013, 315 S., 9,99 Euro.

Es gibt keine bessere Welt als diese. Das Leben spielt sich hier und jetzt ab. „Diese Welt ist die einzige und beste, die wir haben.“ konstatiert der österreichische Philosoph Robert Pfaller im Kapitel über die Komödie des Materalismus. Wesentliche Aspekte seiner Diagnose und Therapie einer verspannten, verflachten und genussgehemmten Gesellschaft finden sich am Ende desselben Kapitels: „Die Weltverliebtheit der Komödie ist eine Einübung in die Kunst, das Glück zu ertragen und nicht automatisch in der Selbstachtung und somit im Unglück das höchste Gut zu suchen.“ Statt permanent uns selbst und die Welt verbessern zu wollen, sie effizienter, gesünder, vor allem risikoärmer zu machen, statt den Menschen vorzuhalten, sie lebten das falsche Leben und ihnen das Ideal eines besseren Lebens wie eine (unerreichbare) Möhre vorzuhalten, sollten wir Abschied nehmen von dieser Tragödie.

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"Der innere Kompass" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Mittwoch, 01. Mai 2013

Wilhelm Röpke: Der innere Kompass. Briefe 1934 – 1966, Eugen Rentsch Verlag 1976, 215 S., antiquarisch erhältlich.

Dieser feine Band ist etwas für Liebhaber. Politik-ökonomische Fachexpertise und Wissenschaftsaustausch verbindet sich mit klugen Betrachtungen zu Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in den Jahrzehnten um die Jahrhundertmitte Zudem finden Menschen, die sich an der Wärme und Herzlichkeit eines großen Intellektuellen erfreuen können, eine Oase der Menschlichkeit zwischen zwei Buchdeckeln.

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Propaganda – gestern und heute PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Mittwoch, 03. April 2013

In den 1920er Jahren war Propaganda ein neues strategisches Mittel, um die Massen für eigene Zwecke einzuspannen. In den 1930er Jahren gab es in Deutschland einen ungeheuer erfolgreichen Propaganda-Minister. Heute ist Propaganda an der Tagesordnung, Die deutsche Regierung macht davon (umfänglich) Gebrauch genauso wie große Unternehmen, aber auch Nicht-Regierungsorganisationen. Regierungs- und Unternehmenskommunikation ist die wohlklingend neutrale Bezeichnung. Es gibt sogar auf Propaganda spezialisierte Unternehmen. Sie heißen PR-Agenturen.

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Organisation durch Terror PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 31. März 2013

Jörg Baberowski und Anselm Doering-Manteuffel: Ordnung durch Terror. Gewaltexzesse und Vernichtung im nationalsozialistischen und im stalinistischen Imperium, Dietz Verlag, Bonn 2006, 116 S., 16,80 S.

Ordnung ist für Liberale ein Begriff der für natürlich gewachsene Formen von Wirtschaft und Gesellschaft steht. Ordnungen entstehen emergent und sind das Ergebnis menschlichen Handelns, nicht aber menschlicher Absicht. Demgegenüber steht die Organisation von Wirtschaft und Gesellschaft als Versuch, gezielt und geplant ein auf dem Reißbrett konstruiertes System top down zu implementieren. Die Organisation einer Gesellschaft ist ein latent autoritärer, historisch sogar wiederholt zum Totalitären neigender Versuch, Menschen dazu zu bringen, sich umfassend anders zu verhalten als sie es von sich aus tun würden.

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"Miese Stimmung" - eine Streitschrift PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 10. März 2013

Arnold Retzer: Miese Stimmung. Eine Streitschrift gegen positives Denken, S. Fischer Verlag, 3. Aufl. Frankfurt 2012, 335 S., 19,99.

Krisen als Chance verstehen statt per Tschaka-Lebensdevise das eigene Glück herbeimanagen, das ist eine Botschaft, die der namhafte Arzt, Psychologe und Therapeut Arnold Retzer verbreitet. Er tut das gegen den Mainstream, also gegen verbreitete Glücksformeln, die – mal simpel mit Küchenrezepten, mal differenzierter mit Fallstudien und vielen Wissenschaftsbezügen unterlegt – versprechen, dass glücklich leben auch gesünder und länger Leben bedeutet. Arnold Retzer gehört zu den Menschen, die Erfahrungen mit Nachdenken zu eigenen Erkenntnissen und Sichtweisen verbinden. Das Ergebnis ist ein Buch über die Ambivalenz des Lebens, über die Dialektik des Lebens, über die Erkenntnis, dass wir die Dinge so nehmen können wie wir sie erfahren. Es liegt an uns, ob wir an negativen Entwicklungen wachsen, wenn wir sie akzeptieren und integrieren statt sie zu überwinden. So wird Angst zu einem hilfreichen Gefühl, weil sie uns innehalten lässt und Zeit zur Neuorientierung gibt.

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Geschichte des ökonomischen Scheiterns PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 06. März 2013

Köhler, Ingo/Roman Rossfeld (Hrsg.), Pleitiers und Bankrotteure. Geschichte des ökonomischen Scheiterns vom 18. bis 20. Jahrhundert (Bd.), Campus Verlag, Frankfurt am Main 2012, 413 S., kart., 39,90 €.

„Wir lernen nur durch Scheitern“, diese Auffassung vertritt ein erfolgreicher Grenzgänger, der auch historische Arbeiten publiziert: Reinhold Messner. Inzwischen hat die Betriebswirtschaftslehre das Scheitern entdeckt, ganz im Sinne Messners. In der Volkswirtschaftslehre werden Jahrzehnte alte ökonomische Krisentheorien wiederentdeckt. Das Interesse am Scheitern ist interdisziplinär verbreitet. 2009 wurde auf der Tagung „Pleitiers und Bankrotteure“ an der Universität Zürich „ökonomisches Scheitern aus einer historischen Perspektive als interdisziplinäres, wirtschaftliches, soziales und kulturelles Phänomen [betrachtet]“ (S. 7). Der vorliegende Sammelband steckt ein neues Forschungsfeld ab, da zur Geschichte des ökonomischen Scheiterns bisher nur wenig gearbeitet wurde.

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Gegen das Geschäft mit dem Klimawandel PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: CB   
Sonntag, 24. Februar 2013

Uwe Timm: Gegen das Geschäft mit dem Klimawandel - Plädoyer für eine freie und soziale Gesellschaft, espero - Sonderheft Nr. 13, Edition Anares & Espero, 100 Seiten, 12,00 Euro.

Pointiert und treffsicher entlarvt Uwe Timm in seinem Buch "Gegen das Geschäft mit dem Klimawandel" die zahlreichen Illusionen und Irrtümer der Klima - und Energiepolitik.

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„Er ist wieder da“ – sensationell! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Dienstag, 19. Februar 2013

Timur Vermes: Er ist wieder da. Der Roman, Eichborn Verlag Köln 2012, 396 S., 19,33 Euro.

Dieses Buch ist einfach großartig. Hitler erwacht 2011 auf einer Rasenfläche nahe dem Standort des Führerbunkers in seiner benzindurchtränkten Uniform. Vollkommen mittellos macht er sich an seine zweite Karriere. Als begabter Redner und Sympathieträger gelingt ihm der Aufstieg im Fernsehen – schließlich mit einer eigenen Sendung, die als Comedy und perfektes Method acting wahrgenommen wird. Mit einem Vertrag für ein neues Buch endet die Satire. Dazwischen liegen unglaublich witzige, die Lachmuskeln strapazierende Episoden und Diagnosen unserer Welt, darunter sein Besuch in der NPD-Zentrale in Köpenick.

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