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Sonntag, 15. August 2010

Donald J. Boudreaux: Globalization, (Greenwood Guides to Business and Economics), Westport 2008, 164 S., 48,40 US-$.

Wer ein sehr präzises und bildendes Buch über Globalisierung sucht, der sollte an diesem kleinen Meisterwerk nicht vorübergehen, trotz des Preises. Entstehung und Entwicklung werden genauso erläutert wie die ungeheuren Wohlstandsfortschritte, die durch das „Fortschreiten der Kooperation von Menschen über nationale Grenzen hinweg“ – vulgo Globalisierung – verursacht wurden. Ferner enthält es eine stringente Erläuterung der Gründe für Handel und dessen Auswirkungen genauso wie die überzeugende Entkräftung landläufiger Vorurteile. Dazu gehört der Mythos des Handelsbilanzdefizits. Schließlich entspricht ein Handelsbilanzüberschuss (Stichwort „Exportweltmeister“) stets einem Kapitalbilanzdefizit in gleicher Höhe. Aber auch die Behauptungen, Wirtschaftswachstum würde die Ungleichheit vergrößern und Freihandel führe zu Arbeitslosigkeit werden als Trugschlüsse entlarvt; stattdessen ist Regulierung die Ursache. Der in acht Kapitel gegliederte kompakte Band schießt mit einer Analyse der Institutionen, die die Globalisierung vorantreiben.

Don Boudreaux, über sein Cafe Hayek hinaus bekannt als ungekrönter König der Leserbriefe, wegen seines unnachahmlichen, eloquenten Schreibstils, zeigt für jedermann verständlich, warum Tausch und Spezialisierung der Schlüssel für steigenden Massenwohlstand sind. Seine überzeugende, auch empirisch untermauerte Argumentation für wirtschaftliche Freiheit bietet über den Außenhandel hinaus grundlegende Einsichten in wirtschaftliche Zusammenhänge; ein Beispiel: es besteht ein gravierender Unterschied zwischen Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen.

Sein wichtigstes Plädoyer lautet vermutlich, nationale Grenzen zu vergessen. Das ergibt wirtschaftswissenschaftlich genauso Sinn wie in Bezug auf die Wohlfahrt. Wer sich abschottet, sei es mit Subventionen für „infant industries“ oder nationalistischem „Kauft einheimische Produkte!“, schädigt die eigene Bevölkerung.

 
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