| Buch des Monats Juli 2010 |
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Robert Higgs: Resurgence of the Warfare State, The Independent Institute, Oakland 2005, 252 S., 10,99 EUR.
„Bei jedem Schritt haben die Täter natürlich unverfroren behauptet, dass schwarz weiß ist, dass der Weg zum Frieden mit Grabsteinen gepflastert sein muss, dass der 'Wiederaufbau' einer Stadt oder gar eines ganzen Landes durch die Vernichtung mit Bomben, Raketen, Granaten und Kugeln beginnt ...“ kritisiert der angesehene Ökonom und Historiker Robert Higgs, Senior Fellow am Independent Institute mit Blick auf die Kriegspolitik der Bush-Administration. Das Buch ist keine wissenschaftliche Studie, sondern eine lesenswerte und leicht lesbare Sammlung von Artikeln und Interviews seit dem 11. September 2001. Im Mittelpunkt stehen der militärisch-industrielle-politische Komplex, das Niedermetzeln Unschuldiger, Präsident Bush und sein Umfeld sowie der Zusammenhang zwischen Krise und staatlichem Leviathan. Robert Higgs tritt als Mahner, und konsequenter Querdenker für die Werte Gerechtigkeit, Frieden, Menschlichkeit, Ehrlichkeit und grundsätzliche Anstand ein. Er zeigt wie in Fortsetzung der Geschichte des 20. Jahrhunderts Umfang und Zuständigkeit des Staates ausgeweitet wurden, wie der „Ratscheneffekt“ eine Rückkehr zum Status quo ante verhindert. Die Regierung gibt im Krieg noch leichtfertiger das Geld ihrer Bürger aus, die sich durch einen starken Staat in Sicherheit wähnen, dabei liegen die Ausgaben knapp doppelt so hoch wie ausgewiesen. Higgs thematisiert das fehlgeleitete und im Ergebnis kontraproduktive Konzept eines Kriegs gegen den Terror, das allerdings die Verfechter des „Big Brother Staates“ zu Krisengewinnlern macht. Anschaulich argumentiert der Herausgeber der Zeitschrift Independent Review, dass die amerikanischen Kriegsverbrechen weit über Abu Ghraib hinaus reichen. Letztlich hat seit 9/11 eine Umwertung der Werte in den USA stattgefunden: „Was ist mit den unveräußerlichen Rechten auf Leben, Freiheit und Streben nach Glück geschehen?“ fragt Higgs, der konstatiert: „Wenn ich ein nachvollziehbares Motiv hatte, abgesehen davon meinen Ekel über das Handeln der US-Regierung zum Ausdruck zu bringen, dann war es einfach, wie die Christen sagen, Zeugnis abzulegen: einige kleine Beweise dafür vorzulegen, dass während diese großen Verbrechen begangen wurde, ich nicht geschwiegen habe.“
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Robert Higgs: Resurgence of the Warfare State, The Independent Institute, Oakland 2005, 252 S., 10,99 EUR.