| Buch des Monats Januar 2010 |
|
|
|
Franz Kromka: Markt und Moral. Neuentdeckung der Gründerväter, Lichtschlag Buchverlag, Grevenbroich 2008, 240 S, 29,90 EUR.
„Alle gesellschaftlichen Ungleichgewichte unserer Zeit sind nur die oberflächlichen Symptome einer totalen Krise unserer Wirtschaft.“ urteilte Walter Eucken, während Wilhelm Röpke ihm entgegnete: „Alle wirtschaftlichen Ungleichgewichte unserer Zeit sind nur die oberflächlichen Symptome einer totalen Krise unserer Gesellschaft.“ Im Spannungsfeld dieser beiden fiktiven Zitate bewegt sich die lesenswerte Synthese, die der Soziologe und Agrarwisenschaftler Franz Kromka aus den Schriften der Gründerväter der Sozialen Marktwirtschaft und soziologischen Erkenntnissen erarbeitet hat.Deutlich wird, wie weit sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft von den Ideen der Gründerväter entfernt haben. Greifbar wird wie sehr die tonangebenden Vertreter jahrelang ihre Warnungen in den Wind geschlagen haben. Die Folge ist ein Systemwechsel, weg von der sozialen Marktwirtschaft hin zum demokratischen Sozialismus des Wohlfahrtsstaates. Bemerkenswert aktuell ist die Krisendiagnose und -therapie, die mit Werten und Erkenntnissen der 40er und 50er Jahre arbeitet. Kromka zeigt in sechs Kapiteln einen Weg, um die Freiheit zurück auf die Siegerstraße zu führen: Eigentum ist ein Freiheitsgarant und Selbständigkeit die wirtschaftliche Triebkraft, während die Familie als Grundlage der Kulturweitergabe fungiert. Zudem erörtert er die Bedeutung von Heimatbindung, Natur und „Moral als Regulativ der Marktwirtschaft“. Was technischen Reformkonzepten heute fehlt, ist die Stärke des handlichen Bandes: ein ganzheitlicher Ansatz mit dem Mensch im Mittelpunkt. Wer eine Gesellschaft zufriedenerer Menschen anstrebt, kommt an dieser Neuentdeckung der Gründerväter nicht vorbei.
|





Franz Kromka: Markt und Moral. Neuentdeckung der Gründerväter, Lichtschlag Buchverlag, Grevenbroich 2008, 240 S, 29,90 EUR.
„Alle gesellschaftlichen Ungleichgewichte unserer Zeit sind nur die oberflächlichen Symptome einer totalen Krise unserer Wirtschaft.“ urteilte Walter Eucken, während Wilhelm Röpke ihm entgegnete: „Alle wirtschaftlichen Ungleichgewichte unserer Zeit sind nur die oberflächlichen Symptome einer totalen Krise unserer Gesellschaft.“ Im Spannungsfeld dieser beiden fiktiven Zitate bewegt sich die lesenswerte Synthese, die der Soziologe und Agrarwisenschaftler Franz Kromka aus den Schriften der Gründerväter der Sozialen Marktwirtschaft und soziologischen Erkenntnissen erarbeitet hat.