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Mark Skousen: Vienna & Chicago. Friends or Foes? A Tale of Two Schools of Free-Market Economics, Capital Press, Washington 2005, 306 S., 20,99 EUR. Mark Skousen ist ein Bestsellerautor mit Tiefgang. In seinem Vergleich zwischen der „Wiener“ und der „Chicagoer“ Schule der Volkswirtschaftslehre kommt er zu dem Ergebnis, dass die Österreicher über die zukunftsweisenden Ideen für eine Erneuerung der Volkswirtschaftslehre insgesamt verfügen: „Die Österreichische Schule ist tatsächlich die einzige Schule, die auf mikroökonomischen Prinzipien basiert und deshalb den „missing link“ zwischen Mikro und Makro herstellen kann, die Ökonomen lange gesucht haben.“
In seiner glänzend geschriebenen ideengeschichtlichen Analyse erzählt der preisgekrönte Investmentberater und Ökonomieprofessor zunächst die Geschichte der beiden Schulen. Anschließen werden wir Zeuge einer „Best of five“-Serie. Wien liefert sich einen Schlagabtausch mit Chicago hinsichtlich der Methodik (Sollten Theorien emprisch getestet werden?), der Frage des idealen Währungsstandards (Gold oder Fiat Money?) und der Erklärung von Wirtschaftszyklen, insbesondere der Großen Depression. Die richtige Rolle der Regierung und das Selbstverständnis der Schulen (offene Stadt oder Festung?) vollenden die Serie, die Wien mit einem glücklichen 3:2 für sich entscheidet. Allerdings empfiehlt Mark Skousen den Österreichern, sich am Erfolg der Chicagoer Schule zu orientieren. Eine Änderung des Forschungsprogramms, wie an der George Mason University bereits teilweise verwirklicht, sei unerlässlich und könnte später von spektakulären Erfolgen gekrönt werden. Schließlich besitzen die Österreicher überzeugende Alleinstellungsmerkmale:
  • Sparen ist eine Tugend und zusammen mit Produktivität der Schlüssel für nachhaltiges Wirtschaftswachstum.
  • Die Zeitstruktur der Produktion spielt eine zentrale Rolle für die ökonomische Leistungsfähigkeit.
  • Das Say'sche Gesetz gilt, wonach Kapital, also Sparen und Investieren, die wichtigste Voraussetzung für Wirtschaftswachstum ist. Hingegen bleibt ein Konsumanstieg lediglich die Folge, aber gerade nicht die Ursache für wirtschaftliches Wachstum.
  • Die Regierung kann mit der Notenpresse kein echtes, dauerhaftes Wachstum erzeugen.
  • Die Österreicher haben als erste die Schwäche von Interventionismus und Regulierung aufgezeigt und die Notwendigkeit einer Verfassung der Freiheit sowie von Eigentumsrechten betont.
Nun ist es für Skousen an der Zeit, bestehende Brücken zwischen den beiden Schulen zu befestigen – zum Vorteil der Wirtschaftswissenschaft und letztlich von uns allen.
 
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