Roland Baader: Geld, Gold und Gottspieler. Am Vorabend der nächsten Weltwirtschaftskrise, Resch Verlag, Taschenbuch-ausgabe 2005, 18,90 EUR.
Roland Baader hat sie wortgewaltig prognostiziert – die von den USA ausgehende Inflationskrise. Für manche mag er zumindest sprachlich über das Ziel hinausgeschossen sein. Indes ist seine konsequente Anwendung der österreichischen Konjunktur- und Geldtheorie nicht nur als Einführung lesenswert. Vielmehr bietet Baader einen libertären Leitfaden für ökonomische Theorie, Geldgeschichte und die Entpolitisierung unserer Welt. Insider werden die Verbindung von Hayeks Entnationalisierung der Währungen mit der von Sennholz formulierten Trias „freies Geld und freie Banken für freie Bürger“ sowie Rothbards Forderung, alle in Staatshand befindlichen Goldvorräte frei zu geben, schätzen. Zwei Botschaften sind sehr bedenkenswert: Erstens, die Geschichte staatlicher Finanzen ist eine Geschichte der Bankrotte. Das bedeutet am Vorabend einer Weltwirtschaftskrise: „Ein privater Schuldner haftet selber für seine Schulden. Bei Staatsschulden sieht die Sache ganz anders aus: Für die Schulden des Staates haftet nicht der Staat selber, sondern wir, die Bürger. Wenn der Staat Bankrott macht, verliert nicht er sein Vermögen, sondern wir das unsrige.“ Zweitens, die Inflationskrise ist Teil und Ausdruck der Krise des Wohlfahrtsstaates.
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