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Buch des Monats März 2014 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Donnerstag, 13. März 2014

Jörg Guido Hülsmann: Krise der Inflationskultur. Geld, Finanzen und Staat in Zeiten der kollektiven Korruption, Finanzbuchverlag Edition Lichtschlag, 320 S., 17,99 Euro.

Die gegenwärtige Überschuldungskrise resultiert aus unserem künstlichen Währungssystem, in dem grundsätzlich unbegrenzte Geld- und Kreditmengen aus dem Nichts geschaffen werden (können). Die Folgen sind Umverteilung zugunsten der Reichen und (politisch) gut vernetzten, ferner massive Fehlinvestitionen und Wohlstandsverluste, aber auch eine Vetternwirtschaft, die irrigerweise als Kapitalismus bezeichnet und mit freier Marktwirtschaft assoziiert wird.

Jörg Guido Hülsmann erläutert: “Die Stabilisierung der Finanzmärkte ist eine mehr oder weniger direkte Folge der währungspolitischen Kernaufgabe der heutigen Zentralbanken, nämlich der Stabilisierung der Preisinflationsrate.“ Unter allen Umständen müssten die Zentralbanken verhindern, dass Geschäftsbanken zusammenbrechen; Voraussetzung dafür sei wiederum, dass die Wertpapiermärkte – insbesondere für Staatsanleihen – nicht einbrechen. „Die Preise dieser Wertpapiere stehen sozusagen unter behördlichem Schutz.“

Hinter dem reißerisch aufgemachten Buch verbirgt sich eine kluge, wissenschaftlich fundierte Einführung in die Volkswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Geld- und Finanzökonomik. Der Stoff gliedert sich in drei große Teile: Wachstum (illusionär und real), Inflation (inkl. Inflationskultur) und Krisenbewältigung (weniger Staat – weniger Krisen).

In der Tradition und Fortführung der Österreichischen Schule der Ökonomik entsteht ein erhellendes Bild der heutigen Finanzarchitektur. Cui bono? „Im Ergebnis ist unser gesamtes Finanzsystem heute darauf ausgerichtet, vor allem die Bedürfnisse des Staates zu befriedigen.“ Die Erweiterung der bereits erhellenden „Ethik der Geldproduktion“ ist uneingeschränkt lesenswertes Grundlagenbuch.

 
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