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Buch des Monats Dezember 2012 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Freitag, 21. Dezember 2012

Michael Rasch und Michael Ferber: Die heimliche Enteignung. So schützen Sie Ihr Geld vor Politikern und Bankern, Finanzbuchverlag, München 2012, 300 S., 24,99 Euro.

Die vielleicht prägnanteste Formel für die seit Jahren praktizierte Geld- und vermeintliche Rettungspolitik lautet: „heimliche Enteignung“. Die beiden ausgezeichneten Finanzjournalisten Michael Rasch und Michael Ferber von der Neuen Zürcher Zeitung haben arbeitsteilig die monetäre und ökonomische Lage (Teil 1) analysiert sowie Szenarien und sinnvolle Anlegerreaktionen (Teil 2) aufgezeigt. Entstanden ist ein Aufklärungs-, Bildungs- und Anlageberatungsbuch, das in keinem gebildeten Haushalt fehlen sollte. Sachgerechte gute kurze Erklärungen, etwa was eine finanzielle Repression ist, klare Diagnosen beispielsweise zu den politisch „unerträglichen Preissignalen“ der Märkte und wohl dosierte Wissenschaftsbezüge durchziehen die Ausführungen, die sich auf eine Fülle verarbeiteter NZZ-Artikel stützen.

Der Machtbarkeitglaube der Notenbanken und ihre gefährlichen Aktivitäten, Gewinner und Verlierer der Politik billigen Geldes, ferner Berechnungen zur Geldentwertung und schmerzhafte Auswege aufzeigen, das sind wesentliche Aspekte der geldpolitischen Analysen, die in Summe eine kleine geldpolitische Zeitgeschichte ergeben. Angenehme Szenarien gibt es für die Bürger nicht: Deflation, Inflation, Stagflation, Hyperinflation, „Durchwursteln“, aber dafür journalistische Klarheit und wertvolle allgemeine Orientierung angesichts  akkurater Beschreibungen und anschließender Bewertungen von Stärken und Schwächen unterschiedlicher Anlageklassen. Renditen werden längerfristig sinken. Anleihen, zunächst von Staaten, nun aber auch von Unternehmen verlieren an Attraktivität. Die Risikoprämien von Aktien zahlen sich aus. Dividenden sind ein wesentlicher Renditeanteil. Fondsmanager schlagen Märkte nicht. Gold ist stets ein richtiger Bestandteil des Portfolios.

Auch politisch bleibt die Perspektive bedrohlich: Eine weitere Aufblähung der Verwaltungsapparate und Machtfülle von Regierungen geht einher mit deren unaufhörlich wachsendem Konsum und steigenden Schulden finanziert durch (elektronisches) Gelddrucken. Das ist bereits ein beklagenswerter Status quo. Dabei hat die heimliche Enteignung der Bürger erst begonnen.

 
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