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Buch des Monats Mai 2012 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Samstag, 19. Mai 2012

Hans Jörg Schmidt: Kulturgeschichte des Marktes. Ein Essay zur Genealogie einer kulturellen Gegebenheit, Humanities Online, Frankfurt am Main 2011, 140 S, , 16,80 Euro.

Der Markt ist ein unverzichtbarer, integraler Bestandteil unsere Gesellschaft. In seinem vierteiligen Essay geht Hans Jörg Schmidt (John Stuart Mill Institut für Freiheitsforschung, Heidelberg) der Einbettung des Marktes in soziale und kulturelle Gegebenheiten aus kulturwissenschaftlicher Perspektive nach. Im Mittelpunkt steht eine Geschichte des immer mehr Raum greifenden Marktes. Instruktiv und kompakt werden wesentliche Entwicklungsstationen seit der Antike aufzeigt, allerdings kommt die institutionelle Perspektive zu kurz. Es folgen zwei kürzere Abschnitte über drei Deutungen des Marktes als Religion (Ursprungs- und Ersatzreligion sowie Nebenordnung von Markt und Religion) einerseits und Rationalisierungsstrategien, die vereinfacht in angebots- und nachfrageseitige Strömungen unterteilt werden, andererseits. Eingebettet wird der Text in die Mythologie des Marktes, wobei der antike Gott Hermes sowohl für die zivilisatorische Schöpfung des Marktes als auch die Ressentiments des räuberischen Handelns steht.

Der Essay wendet sich erfolgreich gegen eine Verengung des Marktbegriffs auf das rein Ökonomische und ist aus vorwiegend ordoliberaler Perspektive verfasst: „Zivilisatorischer Wandel entsteht … durch Markt und Handel. Aus heutiger Sicht ist deshalb, alles in allem, eine friedensstiftende und kulturvergewissernde zivilisatorische Funktion der Marktwirtschaft zu konstatieren.“

 
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