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Donnerstag, 18. August 2011

Felix Somary: Krise und Zukunft der Demokratie, (Erstauflage 1952) Neuauflage der 3. Auflage von 1984, TvR Medienverlag 154 S., 12,90 Euro.

Der Essay des österreichisch-schweizerischen Bankiers und Nationalökonomen Felix Somary (1881-1956) gehört zu den „verdammt“ klugen Büchern. Als Krisenbuch mit Blick aus den frühen 50er Jahren auf das Zeitalter der Weltkriege und die Umwälzung des Westens durch bzw. seit der Französischen Revolution ist es zeitlos aktuell. Felix Somary bietet pointierte historische Aufklärung. Seine Einblicke in das Wesen von Französischer Revolution, Demokratie und Krieg, seine gelehrten Betrachtungen von Recht, dem Primat der Politik und des staatlichen Geldmonopols sind Zeugnisse unabhängigen Denkens. Viele der Richtigstellungen gehören in den Schulunterricht.

Der Kommentator des Verfalls einer blühenden Epoche, die durch ein unabhängiges Bürgertum, die internationale Herrschaft des Rechts und eine Weltwährung gekennzeichnet war, konstatiert: „Die Prinzipen der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit richteten sich gegen den Staat: Sein Charakter als Zwangsorganisation und Kardinalgegner der Freiheit ist von alters her bis zu Lenin unbestritten, und die Menschenrechte sollten das Individuum gegen den Staat beschützen; als ewigen Widersacher der Gleichheit erkannten ihn im 18. Jahrhundert mehrere Denker verschiedenster Richtungen.“

Die von Felix Somary als ungelöstes, epochales Problem diagnostizierte Unvereinbarkeit des Prinzips der Gleichheit und einer sich ausbreitenden Staatsgewalt strebt aktuell einem Kulminationspunkt zu. Mulmig stimmt, dass Somary die Epochen der Zivilisation für eine Ausnahmeerscheinung von kurzer Dauer hält – zumal er unter anderem die Weltwirtschaftskrise und die Machtübertragung an Hitler prognostiziert hatte.

 
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