| Thomas von Aquin (1273) Summa Theologica – Verschiedenheit der Gesetze |
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Eines seiner Hauptwerke, die voluminöse „Summa theologica“, wird von vielen als überragendes philosophisch-theologische Werk angesehen. Thomas bezieht in der von 1265/1266 bis zu seinem Tod 1274 entstandenen, unvollendeten Schrift, systematisch Glauben und Wissen seiner Zeit aufeinander. Im zweiten Teil wird eine Morallehre entwickelt. Hauptthema ist das letzte Ziel menschlichen Lebens und das, wodurch der Mensch zu diesem Ziel gelangen oder es verfehlen kann. Thomas von Aquin hat eine Rechtshierarchie aufgestellt: Naturrecht – göttliches Recht – Kirchenrecht – Staatsrecht. Dabei gilt, dass göttliches Recht per se niemals dem Naturrecht widerspricht und sowohl Kirchen- als auch Staatsrecht nicht dem Naturrecht widersprechen dürfen. Menschliches Recht entspringt dem Naturrecht. Für Thomas gilt, was natürlich ist, bleibt unveränderlich, ob Recht, Gesetz, Vermögen oder Macht, weil es unmittelbar mit der Existenz des Menschen verbunden ist, unabhängig von der Klasse, Religion oder Hautfarbe der Menschen. Diese Rechte können den Menschen weder gegeben noch genommen werden, es sei denn durch Übertreten des Naturrechts, etwa bei Diebstahl oder Mord. Willensfreiheit ist für Thomas Voraussetzung sittlichen Handelns. Der Grundgedanke seiner Tugendlehre lautet: Die Vernunft gehört zur Natur des Menschen. Folglich ist all das, was sich gegen die Vernunft richtet, auch gegen die Natur des Menschen. Der Natur des Menschen entspricht zudem, in der Gesellschaft mit vielen zu leben. Der Staat hält dabei den Egoismus in Grenzen und trägt Sorge für das Gemeinwohl, aber der Mensch existiert nicht für den Staat, sondern Staat und Gesellschaft sind für den Einzelnen da. Stets muss ein Herrscher Diener der Gesetze bleiben.
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Thomas von Aquin, der um 1225 auf Schloss Roccasecca bei Aquino in Italien geboren wurde, gilt als einer der bedeutendsten und wirkmächtigsten Philosophen und Theologen überhaupt. Als Hauptvertreter der Philosophie des hohen Mittelalters – der Scholastik – stützte er sich in seinen Argumentationen zu einem großen Teil auf die Lehre von Aristoteles. Thomas, der 1244 zum Verdruss seiner Familie in den Dominikanerorden eingetreten war und sein Leben ganz der Wissenschaft widmete, beeinflusste das mittelalterliche Staatsdenken maßgeblich. Er war mit Stauferkaiser Friedrich II. verwandt.