 Immanuel Kant (1724-1804) galt schon zu Lebzeiten als herausragender Philosoph. Heute ist er der wohl bedeutendste deutsche Denker der Neuzeit und der am meisten rezipierte Philosoph. Allein in seinem 200. Todesjahr sollen weltweit mehr als 1.000 Monographien und Aufsatzsammlungen erschienen sein.
Kant, der als viertes von acht Kindern eines Riemermeisters in Königsberg geboren wurde, verbrachte fast sein gesamtes Leben in der damals weltoffenen Stadt. Bereits 1740 begann er sein nahezu universales Studium an der Königsberger Universität, aber erst 1755 wurde er dort Privatdozent. Bis zu seinem 46. Lebensjahr sollte es dauern, ehe sich sein jahrelanger Wunsch einer Professur für Logik und Metaphysik erfüllte. Seine Vorlesungen fanden großes Interesse und beschäftigten sich u. a. mit Philosophie, Geografie und Naturwissenschaften, Physik und Mathematik. Seinen Lebensunterhalt musste er jahrelang als Hauslehrer und Unterbibliothekar der königlichen Schlossbibliothek verdienen.
Mit seinem kritischen Denkansatz „Sapere aude“ (Habe Mut zu wissen) gilt Kant als wichtigster Denker der deutschen Aufklärung. In der "Metaphysik der Sitten“, seiner Rechts- und Tugendlehre, entwickelt er ein allgemeines Prinzip des Rechts. Auf der Grundlage eines allgemeinen Gesetzes soll die praktische Ausübung des angeborenen Rechts der Individuen auf Freiheit ermöglicht werden. Mit anderen Worten ermöglicht erst die Herrschaft des Rechts die Ausübung der individuellen Freiheit für jedermann. In Kants Staatsrecht ist das Volk der Souverän einer Ordnung, die Freiheit und Gleichheit aller Bürger gewährleistet. Unabdingbare Voraussetzung für einen funktionsfähigen Staat unter Freiheitsgesetzen ist die Gewaltenteilung. Dies ist nur ein zeitloser Beitrag Kants zu einer Verfassung der Freiheit.
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