Roland Baader (14.02.1940 - 08.01.2012) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 08. Januar 2012

altKlassisch-Liberale können alt werden, Mises, Hayek und Hazlitt wurden über 90, es sei denn das Entdeckungsverfahren des Lebens endet frühzeitig durch Interventionismus. Manche Interventionen sind derart stark, dass die Selbstheilungskräfte nicht ausreichen. Roland Baader hat mit Klugheit und Einfallsreichtum immerhin seinen Tod hinauszögern können und uns in diesen Jahren eine Fülle von Schriften beschert.

Der klassische Liberalismus verliert einen wortgewaltigen Sozialphilosophen und Ökonomen. Andersdenkenden geht ein weithin vernehmbares Korrektiv und ein bedeutsamer Mahner verloren. Oliver Kahn verdankt bekanntlich den Erhalt seines Vermögens vor der Weltwirtschaftskrise der Lektüre von „Geld, Gold und Gottspieler“. Konsequente Liberale, noch dazu von solchem Format, sind im deutschsprachigen Raum eine Seltenheit. Wer behauptete liberal zu sein, tatsächlich aber dem Interventionismus immer wieder das Worte redete oder zu schädlichen Kompromissen bereit war, den hielt Roland Baader für ein „Weichei“ und sprach das auch aus.

Seine Familie und Freunde verlieren einen liebenswerten, klugen Menschen. Der „Enkel des Perikles“ lebte sehr bodenständig. Das kann jeder, der seine Bücher liest, spüren. Auch deshalb werden die Schriften des herausragenden Freiheitsdenkers unserer Zeit überdauern und insbesondere viele junge Menschen inspirieren. Insofern hätte Roland Baader vielleicht dem Urteil zugestimmt, dass wir, statt seinen Tod zu beklagen, Gott lieber für sein Leben und Wirken danken sollten.

 
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