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Zitat des Monats August 2014
Donnerstag, 31. Juli 2014

Wer unserer Erkenntnis ist, hält Zufall weder für eine Gottheit wie die große Menge – denn nichts, was eine Gottheit tut, ist ohne Ordnung – noch für eine unsichere Ursache; denn er glaubt nicht, daß den Menschen ein Gut oder Übel vom Zufall zum glücklichen Leben beschert wird, dagegen daß die Ansätze zu großen Gütern oder Übeln vom Zufall geboten werden können; er hält es auch für besser, bei vernünftiger Überlegung vom Zufall genarrt, als bei unvernünftiger Überlegung vom Zufall begünstigt zu werden; besser ist es, wenn bei unserem Tun und Lassen, das was richtig entschieden ist, nicht vom Zufall zum Erfolg geführt wird.

Epikur: Brief an Pythokles, in: Philosophie der Freude. Briefe. Hauptlehrsätze. Spruchsammlung. Fragmente, übertragen und mit einem Nachwort von Paul M. Laskowsky, 14. Aufl. Berlin 2013, 59f.

 
Asoziale Folgen des Mindestlohns
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 31. August 2014

Der Mindestlohn hat Folgen. In Brandenburg gehören dazu: abgehackte Obstbäume, reduzierte Ernten, Kündigungen wie ein Beitrag auf rbb-online knapp illustriert.

Was die Politik propagiert hat, ist "soziale Gerechtigkeit", was sie tatsächlich bewirkt ist asozial, undemokratisch, ungerecht und macht die Menschen ärmer.

Frau Nahles behauptete: Die Mindestlohnempfänger seien auch Konsumenten, so dass der volkswirtschaftliche Effekt positiv sein werde. Sichtbar ist, dass Obstbauern und Konsumenten geschädigt werden. Es ist immer das gleiche Lied: Die Eingriffe der Politiker in die Kooperation der Menschen soll Positives für eine identifizierte Gruppe bewirken, hier die Lohnempfänger, und bewirkt die vielen Schäden aus, hier die Unternehmer, die nun Subventionen benötigen würden, um ihre Betriebe in gleichem Maße fortzuführen, die Konsumenten, die ein geringeres Obstangebot erhalten, die Angestellten, die gekündigt werden oder erst gar keinen Job bekommen, die Kirschbäume, die abgesägt wurden, ...

 
Wachstumsfetischismus
Geschrieben von: mvp   
Freitag, 29. August 2014

Wachstum! So lautet die Parole der Postmoderne. Wachstum statt Reformen soll aus der Euro-Krise helfen. Die von der EU verabschiedeten Wachstumsstrategien, im Jahr 2000 die „Lissabon-Strategie“ und 2010 „Europa 2020“, waren bereits vor ihrer Verkündung Makulatur. In Berlin analysiert ein weltweit renommierter Ökonom anlässlich der XI. Ludwig-Erhard-Vorlesung Gründe für den nachlassenden Wachstumstrend – Ökonomie degeneriert dort zum Denken in Aggregaten, abgekoppelt von menschlichem Handeln. Der Internationale Währungsfonds verordnet Entwicklungsländern Wachstumsreformen und zieht den Zorn der Bevölkerung auf sich. Kein Wunder, eine Rechnung ohne Menschen, lediglich politische Kartelle bereichern sich. Medien berichten permanent über das Wachstum von Unternehmen und Volkswirtschaften: größer, schneller, bloß nicht still stehen! Wer nicht zur Ruhe kommt, der redet viel, hat aber nichts zu sagen.

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Buch des Monats August 2014
Geschrieben von: mvp   
Dienstag, 26. August 2014

Israel M. Kirzner: How Markets Work. Disequilibrium, Entrepreneurship and Discovery, (Institute of Economic Affairs) London 1997, 80 S., 13,47 Euro.

An Einführungen in die Volkswirtschaftslehre mangelt es nicht – wenige davon sind lesbar und keinesfalls alle brauchbar. Das liegt regelmäßig daran, dass das Wesentliche unverstanden bleibt: Wie funktionieren Märkte?

Israel Kirzner, distinguierter Erforscher von Marktwirtschaft und Unternehmertum, hat auf nur 70 Seiten Ende der 90er Jahre eine feine Einführung formuliert. Aus österreichischer Perspektive treten das unternehmerische Entdeckungsverfahren, der Prozess spontaner sozialer Anpassungen dezentraler Entscheidungsträger und individueller ökonomischer Entscheidungen in den Mittelpunkt. Folglich gibt es anders als im neoklassisch-neokeynesianischen Mainstream weder Gleichgewichte noch vollständiges Wissen oder einen ebensolchen Wettbewerb.

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Bestechungsgeld boomt
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 24. August 2014

Über zweihunderttausend Kinder erhalten vom Steuerzahler 100 Euro, seit dem 1. August 2014 sogar 150 Euro pro Monat (FAZ).

Warum? Weil ihre Eltern ab dem 15. Lebensmonat des Kindes für bis zu 22 Monate ihr Kind nicht in eine Förderungs-/Tageseinrichtung bringen.

Klingt absurd? Ist es! Geld für etwas von seinen Mitmenschen zu bekommen, das man nicht tut, stellt offenkundig keine Kooperation dar (ist aber auch kein Unterlassungshandeln im Sinne von Coase) und wird dennoch bezahlt, bezahlt von Menschen, die nichts mit dem Nichtstun nichts zu tun haben.

22 Monate á 150 Euro sind 3300 Euro, die die Eltern selbst, ihre Familienangehörigen, die Nachbarn und andere Menschen anteilig über Steuern und Abgaben zuzüglich der erheblichen Bürokratiekosten aufbringen müssen.

Was soll das? Warum nimmt der Staat den Bürgern erst Geld weg, um es ihnen dann wieder zurück zu geben bzw. innerhalb einer Straße zwischen den Nachbarn umzuverteilen – weg von denen mit und ohne Kinder, hin zu denen, die ihre Kinder nicht in Tageseinrichtungen betreuen lassen?

Nun, einige Politiker halten es für eine gute Idee, Herdfamilien Geld zu geben. Da sie die Macht haben, das Geld den einen wegzunehmen und den anderen zu geben, tun sie es. Vielleicht hilft das ihrer Wiederwahl. Vielleicht erscheinen sie als Menschen, die etwas Gutes tun. Auf jeden Fall handelt es sich um eine verbreitete Kombination aus Willkür, Unrecht und Illusionen – drei elementare Bestandteile des Taschengeldstaates.

 
Zentralbanksysteme sind falsch organisiert – eine neue Perspektive
Geschrieben von: mvp   
Freitag, 22. August 2014

Peter G. Klein zielt mit seiner Kritik am Zentralbanksystem auf den organisatorischen Kern: die Institution der Zentralbank selbst. Bisher stehen vor allem makroökonomische Aspekte zur Debatte, allen voran die verfehlte Geld- und Zinspolitik. In seinem Aufsatz „Information, Incentives, and Organization: The Microeconomics of Central Banking“ geht es Klein indes um das Wesentliche – hinter den Aggregaten und statistischen Konstrukten: „Das Problem ist nicht, dass die Fed ein paar Fehler gemacht habe ..., sondern dass ausgerechnet die Institution einer zentralen monetären Autorität inhärent destabilisierend und schädigend für Unternehmertum und wirtschaftliches Wachstum ist.

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Mindestlohn belohnt Politik
Geschrieben von: mvp   
Dienstag, 19. August 2014

Bereits Anfang Juli hat Arbeitsministerin Andrea Nahles negative Konsequenzen für die Wirtschaft durch den zuvor beschlossenen Mindestlohn gegenüber dem Tagesspiegel am Sonntag eingestanden. Die Sozialdemokratin gab zu, dass in Folge dieses staatlichen Eingriffs in einen Kernbereich der Marktwirtschaft, die Preise manipuliert werden und die Gewinne mancher Unternehmen sinken werden.

  • Aber die Mindestlohnempfänger seien auch Konsumenten, so dass der volkswirtschaftliche Effekt positiv sein werde.
  • Außerdem werde eine Hotline gegen Verstöße beim Mindestlohn eingerichtet.
  • Schließlich sei die Ministerin zuversichtlich, dass die SPD wegen des Mindestlohns aus ihrem Umfragetief herauskomme.

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