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Zitat des Monats Oktober 2014
Dienstag, 30. September 2014

Dieses Buch ist eine Analyse wirtschaftlicher Irrtümer, die inzwischen so weit verbreitet sind, dass sie schon fast als wissenschaftliche Lehrmeinung hingenommen und kaum mehr angezweifelt werden. Wenn sie sich noch nicht auf der ganzen Linie durchgesetzt haben, so liegt das nur an ihren inneren Widersprüchen und an dem einfachen Grund, dass man sich bei den praktischen Dingen des täglichen Lebens nicht dauernd irren kann.

Henry Hazlitt: Economics in one lesson, deutsch: Die 24 wichtigsten Regeln der Wirtschaft, München 2014, 13.

 
Plausibles Szenario
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 19. Oktober 2014

Warum wir eine neue Ordnung des Geldes brauchen erläutert Thomas Mayer, Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Instituts, Köln, in seinem gleichnamigen Buch. Seine solide schumpetersche Diagnose lautet: Das herrschende Schuldgeldsystem zerstört das Wirtschaftssystem und bedroht die Demokratie. Der Euro werde ohne (Zentral-)Staat nicht überleben. Außerdem sei es wahrscheinlich, dass „wir in vielen Ländern eine Phase der finanziellen Repression erleben, die in eine zunehmend bürokratisch-sozialistische Wirtschaftspolitik eingebunden ist.“ Für Deutschland prognostiziert der frühere Chefvolkswirt der Deutschen Bank zusätzlich eine „gehörige Prise an ökologisch begründetem Dirigismus sowie Einkommens- und Vermögensumverteilung.“ Die damit einhergehende Schwächung des Wachstums werde in eine offene Inflationspolitik münden und das Vertrauen in das überkommene Geldsystem schwer erschüttern.

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Buch des Monats Oktober 2014
Geschrieben von: mvp   
Freitag, 17. Oktober 2014

Frank Schäffler: Nicht mit unserem Geld. Die Krise unseres Geldsystems und die Folgen für uns alle, Finanzbuchverlag, München 2014, 272 S., 19,99 Euro.

Das zentrale Problem von Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland und Europa ist das Geldsystem. Hier beginnen alle Eingriffe in unser Leben. Ohne seine Reform sind alle darüber hinaus notwendigen Strukturreformen nur Stückwerk. Was jetzt zu tun ist, zeigt Frank Schäffler in seinem geschichtsträchtigen Buch „Nicht mit unserem Geld“ auf. Neben (s)einem inzwischen bekannten Vorschlag, Geldwettbewerb zuzulassen – den Weg dorthin erläutert er ordnungspolitisch blitzsauber –, fordert er zurecht eine Kulturrevolution. Ohne die Mitwirkung aller Freiheit wertschätzenden Bürger wird es nicht gelingen, die Politik zu bewegen. Warum das der Fall ist, wie stark die politischen Beharrungskräfte sind und wie sehr Privilegien verteidigt werden, das zeigt der geradezu spannende Einblick in den Alltag eines Bundestagsabgeordneten, der den Mut entwickelt hat, quer zu denken und sich quer zu stellen.

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„Es war wie ein Konzert“
Geschrieben von: mvp   
Dienstag, 14. Oktober 2014

Die Stimmung in der mit Kerzen erleuchteten Speisewerkstatt wirkte an dem regnerischen Samstag auf bemerkenswert angenehme Weise gruppenbildend. In einem der verbliebenen liberalen bürgerlichen Zentren Berlins ist die Handwerkskunst des guten Kochens und der aufmerksam-freundlichen Bewirtung zu Hause. Für gut drei Stunden fanden dort auch zwei Drittel der 17 Autoren des frisch erschienenen Bandes „The Standards. Klassisch liberale Aufsätze neu interpretiert“ eine Heimatstatt. Vor einem aufmerksamen, konzentrierten Publikum interpretierten ihre Beiträge:

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"Ohne EZB hätte es die Eurokrise nicht gegeben"
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 12. Oktober 2014

Die 3. Auflage von Geldreform ist erschienen - beim Finanzbuchverlag, komplett überarbeitet, erweitert, aktualisiert.

Aus diesem Anlass gibt es ein Interview bei finanzmarktwelt.de mit mir und einen Artikel von Thorsten Polleit bei der Wirtschaftswoche: Dem Staat muss die Hoheit über das Geldsystem genommen werden.

Das Interview beginnt wir folgt:

1. finanzmarktwelt.de: Herr von Prollius, Sie haben zusammen mit Thorsten Polleit bereits in der ersten Auflage Ihres Buches “Geldreform” im Jahre 2010 auf die innere Logik der von den Zentralbanken betriebenen Geldvermehrung hingewiesen. Die EZB, inzwischen Nachfolgerin der Fed als Spenderin der globalen Liquidität, hat kürzlich die Leitzinsen weiter gesenkt, der Einlagezins ist in negativem Bereich. Warum haben die bisherigen Maßnahmen aber offenkundig keinen Effekt gehabt, sodaß die europäische Notenbank zu diesen radikalen Mitteln greift?

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Röpkes Urteil über die europäische Wirtschaftsintegration
Geschrieben von: mvp   
Mittwoch, 08. Oktober 2014

Sara Warneke: Die europäische Wirtschaftsintegration aus der Perspektive Wilhelm Röpkes (Marktwirtschaftliche Reformpolitik. Schriftenreihe der Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft N.F. Bd. 13). Lucius & Lucius, Stuttgart 2013, 311 S., 48,00 €.

Wirtschafts- und Sozialgeschichte als Zeitgeschichte stellt eine Herausforderung dar, zumal wenn sie umstrittene aktuelle Themen berührt. Zugleich kann allerdings der Nutzen von Geschichte und nicht zuletzt Ideengeschichte auch über die Geschichtswissenschaft hinaus deutlich werden.

Sara Warneke liegt mit ihrer Dissertation über die europäische Wirtschaftsintegration, die sie aus der Perspektive von Wilhelm Röpke betrachtet, genau in diesem Schnittfeld. Gerade die Verbindung der Integration Europas als „bewusster, pragmatischer Prozess“ (Peter Krüger) mit der prinzipientreuen, kritischen Betrachtung eines herausragenden europäischen Intellektuellen seiner Zeit, der zudem als Berater der Regierung Adenauer fungierte, macht die Arbeit interessant. Allerdings ist der Integrationsprozess in seinen hier nachgezeichneten Grundzügen geschichtswissenschaftlich bereits bearbeitet worden ist – sowohl als Teil eines epochalen Trends (z.B. Peter Krüger: Das unberechenbare Europa, Stuttgart 2006) als auch als Beitrag zur aktuellen Debatte (z.B. Dominik Geppert: Ein Europa, das es nicht gibt, Berlin 2013). Insofern besteht der Nutzen von Sara Warnekes Darstellung der europäischen Integration vor allem darin, einerseits Röpkes ökonomische, politische, historische und soziologische Einschätzungen verständlich zu machen und andererseits, um seine Bewertungen und Prognosen überprüfen zu können. Das ist wirtschaftsgeschichtlich bedeutsam, weil die Expertise einer gleichermaßen als kompetent geltenden wie gegen die Brandung stehenden Persönlichkeit kontinuierlich überprüft wird.

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Voll gegen die Wand
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 05. Oktober 2014

Der Staat soll wohltuend in die ungezähmten Märkte eingreifen, für soziale Gerechtigkeit und eine bessere Verteilung der Güter sorgen – diese Forderung gilt heute als geradezu unbezweifelbar und ist grundfalsch.

Genau das gilt auch bei der sogenannten Mietpreisbremse. Der willkürliche Eingriff in die (ohnehin nicht mehr) freie Preisbildung dient dem Ziel, eine Personengruppe besser zu stellen, die Mieter, und eine Gruppe schlechter zu stellen, die Vermieter. Der Staat als Interessenvertreter – wie ungerecht. Theorie und empirische Erfahrungen belegen, dass die mit einer Mitpreisbremse verbundenen Anreize kontraproduktiv sind: Weniger Wohnungen werden gebaut, die unteren Einkommensgruppen haben es schwerer als zuvor, eine Wohnung zu bekommen, Mietwohnungen werden in Eigentumswohnungen umgewandelt, Renovierungen werden unattraktiver, kurzum die Wohnungssituation verschlechtert sich.

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