Startseite Newsroom Gastbeiträge Gibt es ein Ur-Bedürfnis, welches Menschen haben? (A. Reimann)
Gibt es ein Ur-Bedürfnis, welches Menschen haben? (A. Reimann) PDF Drucken E-Mail
Gastbeitrag von Alfred Reimann

Das aktuelle Wohlgefühl zu erhöhen ist das einzige Bedürfnis, dass alle Menschen „jetzt“ befriedigen, obwohl es ihnen meistens nicht bewusst ist. „Lust suchen, Schmerz meiden“ sei die einzige Ursache menschlicher Gedanken und Taten, wussten schon die alten Griechen.

Die Ausschüttung von Endorphinen zu erhöhen ist ein einfacher, aber auch ein sehr komplexer Vorgang. Die Perspektive ist hier entscheidend.
Die positiven Gefühle jetzt individuell zu erhöhen, beherrschen alle lebenden Menschen mehr oder weniger gut. Ungefähr 10.000 Menschen wählen dazu in Deutschland jährlich den Freitod. Die Restlichen wählen meist unbewusst Gedanken und Taten, genauer, ein aktuell zu befriedigendes Bedürfnis. Die Wahl des Bedürfnisses ist entscheidend für den erwarteten Genuss durch seine erfolgreiche Befriedigung. Hier scheint der Erfolg schon viel weiter gefächert.

Ob die Genussoptimierung individuell, aktuell „funktioniert“, hängt von einigen Faktoren ab. Zuerst von der bisherigen Erfahrung mit der Spekulation über den Genusserwartungswert bestimmter Gedanken und Taten. Der mühselige Weg der Selbsterforschung zu mehr Selbst-Herrschaft, Wissen und Können lässt sich leicht abkürzen.

Da der menschliche Körper auch eine gut funktionierende Chemiefabrik ist, lässt sich die Produktion von Botenstoffen mit Drogen von außen schnell und unkompliziert erhöhen. Wie alles Handeln Vor- und Nachteile hat führt auch der Drogenkonsum zur Verringerung der körpereigenen Drogenproduktion, damit zu weniger Genuss. Der Körper ist effizient und sparsam, produziert nichts, was bereits im Überfluss vorhanden ist. Die Folge ist, dass nach und nach die Fähigkeit des Körpers, Drogen zu produzieren, verlernt wird. Außerdem werden die Werkzeuge dafür, wie jeder andere Muskel, der nicht benutzt wird, abgeschafft. Der Körper ist so programmiert, das alles, was nicht benutzt wird, überflüssig ist. Jeder überflüssige Energieverbrauch wird verringert, indem zuerst bei Nahrungsmangel die Muskeln und Organe „verbraucht“, d. h. als Energie verbrannt werden. Ein in der Evolution überaus erfolgreiches Verhalten. Leider lernen die meisten Menschen nicht, diese Erkenntnis bewusst zur Genussoptimierung einzusetzen. Reicht die Energie nicht für die Befriedigung aller jetzt gewählten Bedürfnisse, gibt es nur zwei Wege, diesen Missstand zu beheben.
1. Mehr Energie durch (mehr) Veredelung von Materie durch Arbeit (Handlung mit Leistungsüberschuss). Von der Möglichkeit, Leistung (Geld) zu stehlen, rate Ich dringend ab, da es den Genuss mehr verringert als erhöht.
2. Weniger Verbrauch von Energie oder sogar Verbrauch der Werkzeuge, indem Ich das Auto verkaufe und auf öffentliche Verkehrsmittel umsteige.
Beide Handlungen führen zum Ziel, mehr Zufriedenheit, mehr Wohlgefühle jetzt und hier. Frieden schaffen zwischen meinen gewählten Bedürfnissen (Wünschen) und meinen Genussmitteln (Genussmöglichkeiten) individuell aktuell ist der Königsweg zu mehr guten Gefühlen. Wobei Handlungen mit Leistungsüberschuss (arbeiten) auch ein erfolgreicher Weg sind, meinen Genuss jetzt zu erhöhen.
Zurück zur Frage: Gibt es ein Urbedürfnis? Eindeutig: Ja.
Die individuelle aktuelle Genussoptimierung durch jeden Menschen, auch wenn dies meistens durch das Unterbewusstsein erledigt wird.

 
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