| Gibt es ein Ur-Bedürfnis, welches Menschen haben? (A. Reimann) |
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Gastbeitrag von Alfred Reimann
Das aktuelle Wohlgefühl zu erhöhen ist das einzige Bedürfnis, dass alle Menschen „jetzt“ befriedigen, obwohl es ihnen meistens nicht bewusst ist. „Lust suchen, Schmerz meiden“ sei die einzige Ursache menschlicher Gedanken und Taten, wussten schon die alten Griechen. Die Ausschüttung von Endorphinen zu erhöhen ist ein einfacher, aber auch ein sehr komplexer Vorgang. Die Perspektive ist hier entscheidend. Ob die Genussoptimierung individuell, aktuell „funktioniert“, hängt von einigen Faktoren ab. Zuerst von der bisherigen Erfahrung mit der Spekulation über den Genusserwartungswert bestimmter Gedanken und Taten. Der mühselige Weg der Selbsterforschung zu mehr Selbst-Herrschaft, Wissen und Können lässt sich leicht abkürzen. Da der menschliche Körper auch eine gut funktionierende Chemiefabrik ist, lässt sich die Produktion von Botenstoffen mit Drogen von außen schnell und unkompliziert erhöhen. Wie alles Handeln Vor- und Nachteile hat führt auch der Drogenkonsum zur Verringerung der körpereigenen Drogenproduktion, damit zu weniger Genuss. Der Körper ist effizient und sparsam, produziert nichts, was bereits im Überfluss vorhanden ist. Die Folge ist, dass nach und nach die Fähigkeit des Körpers, Drogen zu produzieren, verlernt wird. Außerdem werden die Werkzeuge dafür, wie jeder andere Muskel, der nicht benutzt wird, abgeschafft. Der Körper ist so programmiert, das alles, was nicht benutzt wird, überflüssig ist. Jeder überflüssige Energieverbrauch wird verringert, indem zuerst bei Nahrungsmangel die Muskeln und Organe „verbraucht“, d. h. als Energie verbrannt werden. Ein in der Evolution überaus erfolgreiches Verhalten. Leider lernen die meisten Menschen nicht, diese Erkenntnis bewusst zur Genussoptimierung einzusetzen. Reicht die Energie nicht für die Befriedigung aller jetzt gewählten Bedürfnisse, gibt es nur zwei Wege, diesen Missstand zu beheben. |




