| Preisgekrönt - völlig zu recht! (H. MIlz) |
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| Freitag, 02. Dezember 2011 |
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Gastbeitrag von Hubert Milz Peter Schiff, der 2002 und 2006 die sogenannte Weltfinanzkrise exakt prognostizierte, hat mit seinem Bruder Andrew ein wunderbares Einführungsbuch zur Volkswirtschaftslehre verfasst. Ein Buch, welches zu recht am 17. November 2011 in München den CORINE Wirtschaftsbuchpreis der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft - erhalten hat; die amerikanische Originalausgabe wurde schon 2010 im Rahmen der Frankfurter Buchmesse mit dem International Book Award prämiert. Die beiden Brüder führen den Leser durch eine Geschichte, anhand derer jederman nachempfinden kann, wie eine arbeitsteilige Gesellschaft funktioniert, dadurch zu Wohlstand kommt und wie dieser Wohlstand durch die Politik zerstört wird. Am Anfang steht die Armut und der Kampf um das nackte Überleben, auf einer öde Insel: Auf dieser Insel leben drei Männer, deren Nahrung aus Fisch besteht. Mit der Hand kann jeder, trotz großer Routine, maximal nur einen Fisch pro Tag fangen und verzehren. Wie kann die Wohlfahrt, die Versorgung gesteigert werden? Jedenfalls nicht durch die Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage, da bereits die komplette und maximal mögliche Produktion nachgefragt und verbraucht wird. Einer der drei Männer hat eine Idee: Er verzichtet einen Tag auf den Fischfang und wird, statt zu fischen, ein Netz flechten. Er hofft durch den Einsatz des Netzes seine tägliche Fangquote zu vermehren, und er hat Erfolg mit der Idee. Die beiden anderen Männer wollen ihm nacheifern, aber nicht einen Tag auf das Essen verzichten. Dadurch, dass der Erfinder des Netzes wegen des erhöhten Fangs die Möglichkeit hat, Fischvorräte anzulegen, kann er den anderen Männern Darlehen in Fischen gewähren: Ohne den Konsum gänzlich einzuschränken, können die beiden Männer nun auch jeder ein Netz flechten. Dadurch, dass nun alle Inselbewohner durch den „Produktionsumweg“ des Fischnetzes Lebensmittelvorräte anlegen können, wird der Alltag für die Inselbewohner leichter: Es stehen mehr Konsumgüter zur Verfügung als vorher; und sie haben nun die Zeit noch weitere Ideen für nutzenstiftende „Produktionsumwege“ zu entwickeln. Die drei Männer haben mit weiteren Ideen Erfolg, die die Bewohner anderer Inseln anlocken. Die Einwanderer nehmen nicht nur am Erfolg teil, sondern bringen auch Ideen ein, die die Tretmühle des Alltags verbessern. Jedermann übt die Tätigkeiten aus, die er am besten kann und tauscht seine Leistungen, seine Produkte gegen die Dinge, welche er selbst begehrt. Dabei dient der „Fisch“ als Tauschmittel, als Zahlungsmittel, welches auch jedermann wegen seines inneren Wertes akzeptiert. Leicht verständlich zeigen die Gebrüder Schiff, dass Investitionen aus Ersparnissen gespeist werden und das Sparen heißt: Heute auf Konsum verzichten, um in Zukunft mehr, besser und leichter Konsum üben zu können. Konsumverzicht heißt Ersparnisse ansammeln, und diese Ersparnisse werden genutzt, damit die Versorgung mit den lebensnotwendigen Gütern während der Investitionsphase gesichert ist. So zeigen die Brüder Schiff fast spielerisch die Interaktionen zwischen Ersparnissen, Investitionen, Kredit und Konsum; ein Zusammenspiel, welches bei der Verwendung von „echtem Geld (hier dem „Fisch“) zu einer Verbesserung der alltäglichen Tretmühle für alle sorgt – eine spontan entstandene, natürliche Ordnung der menschlichen Gesellschaft. Diese spontane Ordnung wird von den regierenden Politikern zerstört. Jeder Leser kann leicht nachempfinden, wie dies den Politikern über die angeblichen positiven Wirkungen einer Fish-Inflation gelingt. Am Ende steht wieder die Armut, so dass ein Politiker fragen muss. „Weiß noch irgendjemand, wie man ein Netz baut? Ich glaube es ist an der Zeit, dass wir alle wieder fischen gehen.“ Dem Leser werden viele Gestalten der Geschichte, trotz Namenvariierungen, sehr bekannt vorkommen, auch viele der geschilderten „Wohltaten“ der „lieben Tanten und guten Onkels“ aus der Politik – „Wohltaten“, die letztendlich Armut, Not und Elend für ALLE bedeuten. |




