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Wie glaubwürdig ist der Bundespräsident? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: pk   
Mittwoch, 25. März 2009

Bundespräsident Horst Köhler hat seine Berliner Rede 2009 "Die Glaubwürdigkeit der Freiheit" betitelt. Köhler urteilte: "Jetzt erleben wir, dass es der Markt allein nicht richtet" und fügte hinzu: "Die Krise zeigt uns: Schrankenlose Freiheit birgt Zerstörung. Der Markt braucht Regeln und Moral".

Neben dem üblichen Banker-Bashing, das inzwischen die bizarren Züge eines "immer auf die kleinen Dicken" annimmt, forderte unser Staatsoberhaupt den Primat der Politik, lobte er die Handlungsfähigkeit der Regierung und setzte er sich schließlich für eine totale Regulierung aller Finanzmärkte weltweit ein.

Kein Wort über die monetäre Zentralplanwirtschaft der staatlichen Notenbanken, deren Transmissionsriemen die Geschäftsbanken sind. Kein Wort über die bestehende ausufernde Regulierung des Finanzsektors und die damit verbundenen Kollateralschäden. Kein Wort über das groteske Versagen der Sozialpolitik, nämlich jedermann Häuser zu verschaffen.
Die Verteidgung einer freien oder freieren Marktwirtschaft ist offensichtlich zu viel verlangt vom ehemaligen Direktor des Internationalen Währungsfonds. Stattdessen reproduzierte der Bundespräsident den Mythos eines versagenden Laissez-faire-Prinzips, das schlichtweg nicht existiert.
Wir erleben das größte Staatsversagen der Geschichte, zumindest hinsichtlich der absoluten Ansammlung von Nullen. Wir schreiten im schneller voran im Zeitalter des Interventionismus. Und dieser Interventionismus wird uns als Kapitalismus verkauft - von jemandem der nie Unternehmer, sondern zeitlebens stets Funktionär war. Wie glaubwürdig ist der Bundespräsident?

 
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