Liberalismus macht das Leben lebenswerter Drucken
Geschrieben von: mvp   
Freitag, 24. Oktober 2014

1. Liberalismus sorgt für geistige Immunisierung

Silvio Borner, emeritierter Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Basel und Mitglied des Akademischen Beirats des Liberalen Instituts, bietet in seinem Li-Paper „Warum marktwirtschaftlich denkende Ökonomen an Einfluss verlieren“ einen State of the art Überblick zu den wirtschaftspolitischen Irrungen und Wirrungen unserer Zeit:

Es ist nicht der Liberalismus, der die Marktwirtschaft und Zivilgesellschaft unterminiert, sondern es ist der ungebremste Vormarsch von staatlichen Verhaltens- Regulierungen und Zwangsumverteilungen, der sowohl der freien Marktwirtschaft, wie der freiwilligen Solidarität den Boden unter den Füssen wegzieht. Dafür tragen die Ökonomen eine Mitschuld, weil sie einem mechanistischen Keynesianismus frönen, oder vor lauter Bäumen des Marktversagens den Wald der Markwirtschaft nicht mehr sehen. Beide Trends befördern den staatlichen Interventionismus. Wir verlieren so gleichzeitig an persönlicher Freiheit und gesellschaftlicher Solidarität. Hinzu kommen die Ideologien des Egalitarismus, des Kommunitarismus und des Ökologismus. Es sind dies die neuen Ersatzreligionen, die den Anspruch erheben, die Welt nicht nur zu verbessern, sondern zu retten. In Tat und Wahrheit gefährden sie oder – falls wirklich umgesetzt – vernichten sie Freiheit und Wohlstand.

2. Liberalismus sorgt für eine bessere Ernährung

Trotzt einer jahrzehntelangen planwirtschaftlichen EU-Agrarwirtschaft und täglich neuer Säue, ähm – politisch korrekt, weil vegan, wohl täglich neuer Gurken, die durchs Dorf getrieben werden, wird die umfassende Ernährungsregulierung und -steuerung bis in die alltäglichen Essgewohnheiten hinein weithin unterschätzt. Sie hat nicht nur in Deutschland eine lange Tradition. Aufklärung bietet Mathias Steinmann in einem sehr lesens- und bedenkenserten Artikel „Staatliche Ernährungspolitik“ beim Mises Institut Deutschland

Einleitend schreibt der Ökonom und Berater für Risikomanagement: „Ein Lebensbereich, in den sich der Staat neben vielen anderen einmischt, ist die Ernährung. Im Rahmen des staatlichen Gesundheitssystems geschieht dies schon lange auf eher latente Art. In letzter Zeit werden jedoch politische Forderungen nach stärkeren offenen Eingriffen laut. Neben zum Beispiel Steuern auf fette Nahrungsmittel ist der neueste Schrei im Rahmen der Volkserziehung die Einführung von sogenannten “Veggie Days”.

Aus freiheitlicher Sicht stellen sich hier mehrere Fragen: Kann es überhaupt gerechtfertigt sein, dass der Staat in die Ernährung der Menschen eingreift? Und was sind die Ursachen und Folgen staatlicher Eingriffe in die menschliche Ernährung? Dieser Beitrag betrachtet hierzu zunächst, inwieweit die politischen Forderungen mit der wissenschaftlichen Faktenlage im Einklang stehen und widmet sich danach der Geschichte und dem Prozess staatlicher Ernährungspolitik. Wir stoßen dabei auf ein lehrbuchmäßiges Beispiel für staatlichen Interventionismus, sich selbst ausweitende Bürokratie und Korporatismus.

Das Fazit lautet:

Staatliche Akteure mit paternalistischem Sendungsbewusstsein glauben besser zu wissen, was gut für die Menschen ist als diese selbst. Sie lassen sich von gut organisierten Interessengruppen fördern und finanzieren. Diesen wiederum winken Vorteil und Rendite in Form einer ihnen gewogenen Gesetzgebung und Regulierung. Im Windschatten positionieren sich weitere Profiteure, denen Geld vom Staat winkt. Seien es Forschungsgelder, Subventionen oder eben Krankenkassenbudgets. Dabei handelt es sich natürlich ausnahmslos um zwangsweise eingetriebene Steuern und Abgaben sowie aus dem Nichts geschaffenes Fiat Money. Zuletzt dient das von der Politik geschaffene Problem als Rechtfertigung von neuen Steuern und Lenkungsmaßnahmen. Dass die das Problem eher verstärken werden, ist absehbar. In der Ernährungs- und Gesundheitspolitik droht eine weitere sich immer stärker drehende Interventionsspirale. Und hier ist mit der Gesundheit der elementarste Aspekt der menschlichen Existenz betroffen.

3. Liberalismus ist eine Revolution, die Monopole entmachtete und mittels Wettbewerb über Generationen hinweg Wachstum und Wohlstand für alle ermöglichte.

Oscar Gelderblom zeigt on "Cities of Commerce" eine der ersten Ursachen für das wirtschaftliche Wachstums Europas auf, gleichsam die Vorform der kapitalistischen Revolution: Im Zentrum der institutionellen Revolution stand die Verbreitung und Durchsetzung des Rechts ehrbarer Kaufleute. Das geschah in Europa durch Wettbewerb statt Zentralismus:

"Städte standen miteinander im Wettbewerb um Kaufleute, die nicht nur Waren und Geld mitbrachten, sondern auch Zölle und Abgaben zahlten. Weil die Städte den Handel in ihre Stadt leiten wollten, bemühten sie sich, ihre rechtlichen, finanziellen und wirtschaftlichen Institutionen den Bedürfnissen der Kaufleute anzupassen. Da viele Städte versuchten, gute Bedingungen für den Handel bereitzustellen, konvergierten ihre Institutionen, sodass sich im Verlauf von Spätmittelalter und Frühneuzeit die "institutional best practice" (209) durchsetzte." (Quelle: Sehepunkte Rezension von Ully Kypta).