Der Staat - mehr als nur ein Herrschaftsprodukt? Drucken
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 16. Juni 2013

Wer den Staat ablehnt, wird nicht viel Gewinn in der Überlegung von André Holenstein finden, Professor für Schweizer und Regionalgeschichte in Bern. Seine Anregung lautet, Staatsbildung nicht ausschließlich aus der Herrschaftsperspektive zu betrachten, also als Produkt von Herrschern, Dynastien und Amtsträgern. Holenstein regt an, einen interaktiven Prozess zu betrachten, in dem staatliche Instanzen Antworten auf soziale Probleme liefern im Sinne einer Nachfrage von unterschiedlichen Gruppen, darunter Gemeinden, Stände, Korporationen und Untertanen. Damit rückt die Vielfalt unterschiedlicher Machtbeziehungen in den Vordergrund. Darauf weist Gisela Naegle in Ihrer Rezension in Sehepunkte hin. Intellektuell anregend ist eine solche breitere Perspektive allemal.