Chinesische Irrtümer PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Freitag, 01. Juli 2011

Eine neue Serie in BILD „Die China Invasion“ beschreibt, wie „die größte Wirtschaftsmacht der Welt Europa aufrollt und wie gefährlich das für uns Deutsche werden kann.“ Hanno Kautz, Nikolaus Blome und R. Kleine geizen am 24.06.2011 nicht mit Kriegsbezügen, ob in Zitaten („Brückenkopf“), eigenen Formulierungen („China rollt Europa auf“, „Vormarsch“) oder suggestiven Nullaussagen: „China lässt alle hinter sich. Diktiert die Regeln.“

Das ist schade und schädlich. Wirtschaft ist geradezu das idealtypische Gegenteil von Krieg. Oder gibt es keinen Unterschied zwischen dem Tausch knapper Ressourcen zu beiderseitigem Nutzen und dem Gebrauch von Gewalt und Waffen zur Verfolgung politischer und militärischer Ziele? Erst wenn Regierungen (und Journalisten) einem Tauschpartner nationalistisch stigmatisieren, eine „gelbe Gefahr“ heraufbeschwören, dann spielt es eine Rolle, ob ich um die Ecke oder in Shanghai einkaufe. Über Chinas Investitionen sollten wir uns in Europa genauso freuen und die damit verbundenen Wohlstandsgewinne genießen, wie es der große Soziologe Herbert Spencer im 19. Jahrhundert tat: „Schaut euch den europäischen Kontinent an. Alle europäischen Hauptstädte haben Licht, und das haben sie, weil eine britische Gasgesellschaft sie mit Gas versorgt.“ Lassen wir unsere Sinne hingegen nicht vom Pulverdampf derer verdunkeln, die Wirtschaftskriegen das Wort reden.

 
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