| Globalisierung tut gut! |
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| Freitag, 15. Oktober 2010 |
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Eine Minute Ordnungspolitik von Michael von Prollius Globalisierung ist nichts anderes als die voranschreitende Kooperation über nationale Grenzen hinweg. So definiert Donald J. Boudreaux Globalisierung. Er legt damit den Finger in die nur allzu gern kaschierte, klaffende Wunde, welche diejenigen sich selbst zugefügt haben, die mit Makro-Größen hantieren, national argumentieren oder andere kollektive Maßstäbe anlegen. Die voranschreitende Kooperation über nationale Grenzen hinweg ist derzeit wieder bedroht. Schlagzeilen über einen „weltweiten Währungskrieg“ machen das deutlich. Zudem gibt es zahlreiche Politiker, Sonderinteressenvertreter und Kommentatoren, die einem Neo-Protektionismus das Wort reden. Zölle, nicht-tarifäre Handelshemmnisse wie Quoten und Standards und Subventionen für die einheimische Wirtschaft, auch in Form von Konjunkturpaketen, haben es hinterrücks wieder auf die eine oder andere Tagesordnung geschafft. „Kauft amerikanische Produkte!“ heißt es. Die deutsche Wirtschaft müsse vor Konkurrenz aus Billiglohnländern geschützt werden. Ein deutscher Minister warnt vor einem Handelskrieg zwischen China und dem Westen. Hintergrund ist die geforderte, aber bisher unterbliebene Aufwertung des chinesischen Renmimbi. Derartige „Schutzmaßnahmen“ zielen auf das Ausland und treffen stets die eigene Bevölkerung. Warum muss das der Fall sein? Globalisierung besteht im Kern aus einem wachsenden Austausch und einer zunehmenden Spezialisierung aller, die an der voranschreitenden Kooperation über nationale Grenzen hinweg teilhaben. Wohlstand beruht auf Spezialisierung, also Arbeitsteilung, das wusste bereits Adam Smith.
Der Zusammenhang zwischen Freihandel und hohem sowie wachsenden pro Kopf Einkommen ist wissenschaftlich ausgezeichnet belegt. Zugleich ist der Zusammenhang zwischen ökonomischer Prosperität und Lebenserwartung eindeutig. Freiwilliger Tausch stellt grundsätzlich alle Beteiligten besser. Menschen in Nord Korea kämpfen sogar gegen Unterernährung. Nach der ersten „Globalisierung“ im 17. und 18. Jahrhundert und der zweiten Globalisierung des 19. Jahrhunderts zerrissen die beiden Weltkriege das weltweite Netz der Arbeitsteilung; in der Zwischenkriegszeit zerstörte der Protektionismus – als vermeintliche Lösung der Weltwirtschaftskrise – das zarte Pflänzchen der internationalen Kooperation, indem der Welthandel auf ein Drittel schrumpfte. Das Ergebnis der NS-Autarkiepolitik schlug sich auch in einer minderen Nahrungsmittelversorgung bereits in Friedenszeiten nieder. Politische Grenzen haben eigentlich ökonomisch keine Bedeutung, es sei denn, es werden Barrieren errichtet, dann sind sie schädlich. Es spielt für Ihren Tausch, z.B. Geld gegen Laptop, keine Rolle, ob der Hardwareproduzent in Deutschland oder Taiwan sitzt. Globalisierungsgegner fordern vielfach Schutz vor den Kräften der Globalisierung und zugleich wollen sie von der weltweiten Produktvielfalt profitieren. Das ist offenkundig Ausdruck verworrenen Denkens. Die Beschneidung der Konsumentenfreiheit und damit der Wahlmöglichkeiten senkt stets den Wohlstand, würgt außerdem den Wettbewerb ab und verhindert Innovationen. Kurzum: Protektionismus macht arm. |




