| Historischer Doppelfehler! |
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| Donnerstag, 11. September 2008 |
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"Eine Minute Ordnungspolitik" von Michael von Prollius Der Bielefelder Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser hat sich in einem Gastbeitrag für „Zeit online“ bemüht, die „Wahren Ursachen der Arbeitslosigkeit“ zu benennen: Die Massenarbeitslosigkeit sei das Ergebnis historisch gewachsener, mangelnder Qualifikation von Arbeitnehmern, für die die deutsche Wirtschaft dauerhaft keine Verwendung habe. Deshalb müsse der Staat sie qualifizieren und der Sozialstaat die Übergangszeit abfedern. Tatsächlich ist Arbeitslosigkeit Folge eines Nachfragemangels. Entweder gibt es einfach keinen Bedarf für Arbeit, dies ist angesichts eines per se unstillbaren Bedürfnisbefriedigung nicht der Fall. Die boomende Schwarzarbeit ist hierfür ein Indikator. Sicherlich fallen Ihnen Arbeiten im Haushalt, Garten oder beim Einkaufen ein, die Sie gerne zu einem akzeptablen Preis delegieren würden. Oder Arbeit ist zu teuer. Dies hat verschiedene Gründe: Mindestlöhne verhindern einen Markt räumenden Preis, auch indirekt als Sozialhilfe und Arbeitslosengeld. Hohe Zusatzkosten für Arbeitgeber etwa durch Sozialabgaben verteuern Arbeit ebenso. Alle Ernst zu nehmenden Reformvorschläge für den deutschen Arbeitsmarkt betonen seit Jahren die Notwendigkeit, die Lohnnebenkosten zu senken. Diese Sozialabgaben machten 2007 rund ein Drittel des Lohnes aus. Schließlich entsteht kein Arbeitsverhältnis, wenn durch staatliche Regulierung einmal eingestellte Arbeitskräfte schwer entlassen werden können. Kaum ein Markt ist in Deutschland derart reguliert wie der Arbeitsmarkt. Zugleich boomt in Deutschland die Zeitarbeit. Zeitarbeitskräfte sind preiswert und werden nur befristet beschäftigt. Arbeitslosigkeit verschwindet, sobald Arbeitgeber und Arbeitnehmer ihren Arbeitsvertrag frei verhandeln können und beide vom Austausch von Arbeit gegen Geld profitieren. Der seit den 60er Jahren stetig ausgeweitete Sozialstaat hat zusammen mit dem Tarifkartell von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften in Bündnissen für Arbeit („Konzertierte Aktion“) millionenfach Arbeitsplätze verhindert und vernichtet. Die deutsche Misere ist vor allem Folge verfehlter Ordnungspolitik. Die Reformen der „Agenda 2010“ haben durch Lockerung des Kündigungsschutzes und Senkung der Lohnnebenkosten zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit beigetragen. Indes fehlt dem Staat das Wissen für die von privaten Haushalten und Unternehmen nachgefragte Qualifizierung. Das Arbeitsförderungsgesetz von 1969 ist ein Dokument staatlicher Anmaßung und staatlichen Scheiterns. Wäre dies anders, wäre eine Planwirtschaft sinnvoll. Bekanntlich gewährleistet aber die Marktwirtschaft bestmöglich den erforderlichen Wissenstransfer, gerade auch im Hinblick auf erforderliche Qualifikationen und die Chancen, die eine Qualifizierung bietet. Man muss die Menschen nur machen lassen. Stattdessen empfiehlt Werner Abelshauser den Bock zum Gärtner zu machen. Sozialdemokraten werden ihm die Geschichtsauslegung danken. |




