| Sozialistischer Massenmord! |
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| Sonntag, 15. Juni 2008 |
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"Eine Minute Ordnungspolitik" von Michael von Prollius In der Politik und in der Geschichtswissenschaft wird streng zwischen dem Nationalsozialismus und dem sowjetischen Stalinismus unterschieden. Dies geht so weit, dass am 8. Mai 1945 auch die Sowjetunion als Befreier Deutschlands von der NS-Herrschaft gewürdigt wird. Allein ein Vergleich, nicht einmal die Gleichsetzung, hätte noch vor zehn Jahren das Karriereende für einen Geschichtsprofessor bedeutet. Allmählich wird dieses ideologische Dogma der Einzigartigkeit des Nationalsozialismus ausgehöhlt. Die Neuzeithistoriker Jörg Baberowski und Anselm Doering-Manteuffel tragen mit ihrem Lesenswerten Essay „Ordnung durch Terror“ wesentlich dazu bei. Der Untertitel des kompakten Bandes benennt ihren Arbeitsschwerpunkt: „Gewaltexzesse und Vernichtung im nationalsozialistischen und im stalinistischen Imperium“. Liest man den Text aus liberaler Perspektive, so bestätigen sich zentrale Argumentationslinien. Sozialismus ist stets eine nationale, in Freund und Feind polarisierende Ideologie, hier die Rasse dort die Ethnie. Der Herrschaftsanspruch umfasst in letzter Konsequenz die gesamte Welt. Kollektivistische Ordnungen werden organisiert; ein alternativloses Instrument ist der in Gewalt ausartende Zwang der herrschenden Gruppe. Der in einen verschwörerischen Konstruktivismus abgleitende Missbrauch der Vernunft dient als handlungsleitende Weltanschauung. Stets richtet sich die ideologisierte Gewalt auch gegen Landsleute. Stigmatisiert wird eine zum Interessenfeind erkorene Gruppe, etwa die Juden, Ethnien wie die Krimtataren und die Polen oder beim Sozialismus „light“ die Unternehmer. Interventionsspiralen und damit einhergehende „kumulative Radikalisierung“ sind Ausdruck des Versuchs nationaler Sozialisten, die nicht beherrschbare Komplexität freiheitlicher Ordnungen beherrschbar zu machen. Privateigentum, Freihandel und Koordination der Wirtschaftsaktivitäten über den Preis müssen daher Enteignung und Privilegien, Autarkie und Ausbeutung, Befehls- und Zuteilungswirtschaft weichen. Das Ideal des Rechtsstaats wird durch grenzen- und schrankenlose Willkür ersetzt. Das Wesen des Menschen vernichtenden Kollektivismus lässt sich mit einer „Kultur des Krieges “ beschreiben. Bemerkenswerter Weise haben Nationalsozialisten und Kommunisten nicht nur gegen einander, sondern auch gemeinsam einen Bürgerkrieg gegen die Weimarer Republik geführt. Das nationalsozialistische Deutsche Reich und die bolschewistische Sowjetunion rotteten gezielt die polnische Elite aus. Der menschenverachtende Kollektivismus der Rassen- und Klassengesellschaft ließ per se für Individualität keinen Raum – die Masse wurde (uni)formiert und musste marschieren. Bei allen Unterschieden, die naturgemäß in der pfadabhängigen Entwicklung der beiden Systeme bestehen, besitzen die den unterschiedlichen Spielarten nationaler Sozialismen inne wohnenden Gesetze und Zwangsläufigkeiten eine frappierende Identität. Der Begriff „totalitär“ bleibt aus der Perspektive des Individuums eine treffende Kennzeichnung von Nationalsozialismus und Kommunismus und eignet sich ideal zur Abgrenzung von liberalen Ordnungen. All jenen, die sozialistischen Ideen etwas abgewinnen können oder ihren Versprechungen erliegen, sei in Erinnerung gerufen, dass Massenmord eine besonders dunkle Seite des Sozialismus war, mit Liberalismus und Kapitalismus jedoch unvereinbar ist! |




