| Natürliche Reaktion |
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| Mittwoch, 23. Januar 2008 |
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"Eine Minute Ordnungspolitik" von Michael von Prollius
Unternehmensschließungen, Arbeitslosigkeit, mangelndes Vertrauen bei der Kreditvergabe, Kursverluste an den Börsen – all dies sind Anzeichen für eine natürliche Reaktion der Märkte. Weltweit vollzieht sich derzeit eine alternativlose Reinigung, die noch geraume Zeit anhalten dürfte. Dies gilt insbesondere, wenn sich die Notenbanken durch Zinssenkungen weiter in die Krise drucken, denn herausdrucken können sie sich nicht. Auch Milliarden schwere Konjunkturpakete in Form von Staatsausgaben sorgen lediglich für eine Verzögerung, ohne die eigentlichen Ursachen zu beheben. Entgegen verbreiteter Behauptungen haben wir es nicht mit einer Finanzmarktkrise oder Marktversagen zu tun. Schließlich leben wir seit über 100 Jahren in einer (stark) regulierten Gesellschaft. Das Problem besteht auch nicht in einer konjunkturellen Abschwächung wirtschaftlicher Aktivitäten. Die richtige Bezeichnung für die derzeitige Wirtschaftskrise lautet nicht Rezession, sondern Depression. Zwei tiefere Ursachen sind für die tief greifende Veränderung des Denkens und Handelns der Marktteilnehmer verantwortlich: Jahrelange zu niedrige Zinsen haben eine Geldschwemme ausgelöst. So hat seit Ende der 90er Jahre allein die US-amerikanische Zentralbank 4 Billionen USD frisches Geld in die Märkte gepumpt und damit einen Scheinboom genährt. Die Erwähnung des zweiten Problem sorgt vielfach nur für ungläubiges Kopfschütteln: das ungedeckte staatliche Papiergeld (auch Fiat Money oder Scheingeld). Die mangelnde Waren- oder Wertdeckung der Währung ermöglicht nämlich eine weitgehend ungebremste Kreditschöpfung durch die Banken. Nun bricht das Kartenhaus aus Papiergeld zusammen. Das Missverhältnis zwischen Geld- und Gütermenge ist nicht mehr zu verschleiern. Kurzum wie bereits bei der Hyperinflation in Deutschland 1923 und dem Währungsverfall bis 1948 ist staatspolitisches Versagen für die aktuelle Krise verantwortlich. War es früher die Kriegsfinanzierung, ist es heute der Wohlfahrtsstaat, der die Währung zerrüttet. Unternehmen wie private Haushalte sind dem Scheinboom aufgesessen. Nun müssen sie ihre Pläne korrigieren. In unterschiedlichem Ausmaß gilt dies für alle Branchen, vom Zentrum, dem Hypothekensektor, bis zur Peripherie. Die Krise hat aber auch ein Gutes. Es ist ein idealer Zeitpunkt für eine ordnungspolitisch angemessene Reaktion. Das bedeutet: Staatsausgaben senken, staatliches Sparen wirkt nämlich stimulierend, Steuern senken, Geldmenge strikt begrenzen und Gelassenheit bewahren – am besten bei der Lektüre österreichischer Klassiker wie Mises, Hayek und Haberler. |




