| Ist der deutsche Staat stark? |
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| Freitag, 21. September 2007 |
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"Eine Minute Ordnungspolitik" von Michael von Prollius
Der Streit der großen Koalition über den Mindestlohn in der Postbranche ist einIndiz für die „Krise der Staatlichkeit“. Der Kabinettsbeschluss sieht vor, den von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und den von der Deutschen Post AG dominierten Arbeitgeberverband der Postdienste geschlossenen Tarifvertrag zum 01.01.2008 für die gesamte Briefbranche vorzuschreiben. Dem Staat in Gestalt der Regierung ist die Schwäche anzusehen: Hin- und hergerissen zwischen dem Drängen der Interessengruppen und dem Schielen nach Wählerstimmen streben die Koalitionäre nach Kompromissen. Ohnedies sind die Politiker überfordert, da ihre Zuständigkeit unüberschaubar groß, ihr Wissen im Vergleich zur Gesellschaft aber verschwindend gering ist. Gäbe es doch einen idealen Mindestlohn für alle. Der Staat ist zu schwach, um seine ureigene Aufgabe, die Sicherung der Rechtsgleichheit, zu gewährleisten. Er ist eine Beute der Interessengruppen. Die deutsche Wirtschaftsgeschichte nach 1945 lässt sich als Kapern des Staates durch Korporationen erzählen. Auf den Verschiebebahnhöfen werden inzwischen jährlich rund 700 Mrd. Euro hin- und herbewegt. Bald sind Deutsche mehrheitlich von staatlichen Transferzahlungen abhängig. |




