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Freitag, 17. August 2007 |
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"Eine Minute Ordnungspolitik" von Michael von Prollius
Populäre Medien sind sich weitgehend einig: Das mutige Eingreifen der Zentralbanken in Europa, den USA und Japan habe eine schwere internationale Finanzkrise abgewendet. Ungeachtet einiger weniger kritischer Stimmen scheint vielfach klar, dass die Gier der Spekulanten sowie die Unfähigkeit der Banken und Rating-Agenturen maßgeblich zur Hypothekenkrise beigetragen haben. Wechseln wir die Perspektive: In den USA ist durch niedrige Zinsen der (staatlichen) Zentralbank nach dem New Economy Crash das Geld- und Kreditangebot übermäßig gestiegen. Die japanische Zentralbank hat jahrelang die Zinsen nahe Null gehalten. Der Geldmengenüberschuss ist (weltweit) so hoch wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Hat die wachsende Risikobereitschaft auch jenseits des Hypothekenmarktes vielleicht etwas mit dem besonders billigen Geld zu tun? Insbesondere in den USA ist eine Inflation der Vermögenspreise zu beobachten, weil die rasch wachsende Geldmenge nicht zuletzt in Immobilien strömt. Wenn dem zumindest teilweise so ist, dann ist eine Krise unausweichlich. Wenn der künstliche Boom bereinigt ist, werden die echten Präferenzen der Menschen sichtbar. Eine derartige gesunde und wünschenswerte Marktreaktion wird zunächst von Insolvenzen und Arbeitsplatzabbau begleitet werden. Das staatliche Geldeinpumpen kann kurzfristig einen psychologischen Kreditvergabestopp aufheben, aber keine Lösung des eigentlichen Problems bewirken. Wird die Geldschwemme nicht wieder vom Markt genommen, wird die Krise zunächst verzögert und dann sogar verschärft. Wie lange kann eigentlich gepumpt werden? Welches Ausmaß wird diese kaum gemessene Inflation der Vermögenswerte annehmen? Zwei Erkenntnisse und eine Frage bleiben: 1. Niemand kann die Risiken insgesamt überblicken, schon gar nicht eine Aufsichtsbehörde, denn das Wissen ist in Millionen Köpfen verstreut. 2. Krisen sind Bestandteil schöpferischer und zerstörerischer Kräfte, die in Marktwirtschaften wirken. Aber: Werden Krisen nicht maßgeblich durch Fiat Money getrieben? |