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Zitat des Monats August 2014
Donnerstag, 31. Juli 2014

Wer unserer Erkenntnis ist, hält Zufall weder für eine Gottheit wie die große Menge – denn nichts, was eine Gottheit tut, ist ohne Ordnung – noch für eine unsichere Ursache; denn er glaubt nicht, daß den Menschen ein Gut oder Übel vom Zufall zum glücklichen Leben beschert wird, dagegen daß die Ansätze zu großen Gütern oder Übeln vom Zufall geboten werden können; er hält es auch für besser, bei vernünftiger Überlegung vom Zufall genarrt, als bei unvernünftiger Überlegung vom Zufall begünstigt zu werden; besser ist es, wenn bei unserem Tun und Lassen, das was richtig entschieden ist, nicht vom Zufall zum Erfolg geführt wird.

Epikur: Brief an Pythokles, in: Philosophie der Freude. Briefe. Hauptlehrsätze. Spruchsammlung. Fragmente, übertragen und mit einem Nachwort von Paul M. Laskowsky, 14. Aufl. Berlin 2013, 59f.

 
Mindestlohn belohnt Politik
Geschrieben von: mvp   
Dienstag, 19. August 2014

Bereits Anfang Juli hat Arbeitsministerin Andrea Nahles negative Konsequenzen für die Wirtschaft durch den zuvor beschlossenen Mindestlohn gegenüber dem Tagesspiegel am Sonntag eingestanden. Die Sozialdemokratin gab zu, dass in Folge dieses staatlichen Eingriffs in einen Kernbereich der Marktwirtschaft, die Preise manipuliert werden und die Gewinne mancher Unternehmen sinken werden.

  • Aber die Mindestlohnempfänger seien auch Konsumenten, so dass der volkswirtschaftliche Effekt positiv sein werde.
  • Außerdem werde eine Hotline gegen Verstöße beim Mindestlohn eingerichtet.
  • Schließlich sei die Ministerin zuversichtlich, dass die SPD wegen des Mindestlohns aus ihrem Umfragetief herauskomme.

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BIP-Berechnung als etatistische Irreführung
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 17. August 2014

Robert Higgs hat in einem lesenswerten Artikel beim Mises-Institute daran erinnert, dass die Berechnung des BIP während seiner Entstehung in den 30er und 40er Jahren heftig umstritten war. Im Mittelpunkt der grundsätzlichen Zweifel an der Berechnung eines volkswirtschaftlichen Outputs standen begründete Zweifel, dass Staatsausgaben in das Sozialprodukt mit einberechnet werden dürfen.

Allen vorweg äußerte der spätere Nobelpreisträger Simon Kuznets als damals maßgeblicher amerikanischer Wissenschaftler für die Berechnung grundsätzliche Vorbehalte gegen die Absicht, alle Staatsausgaben in das Sozialprodukt mit einzubeziehen: Für staatliche Dienstleistungen fehlen Marktpreise. Viele Dienstleistungen wie der Schutz von Eigentum sind keine fertigen, sondern Zwischengüter. Die vielfach politisch begründeten Staatsausgaben haben kaum einen positiven, vielfach hingegen einen negativen Wert.

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Amazon punktet mit unternehmerischem Know-how
Geschrieben von: mvp   
Sonntag, 10. August 2014

In einer freien Gesellschaft steht es einem privaten Marktteilnehmer frei, zu diskriminieren, wen er möchte. Die Entscheidung an wen ich verkaufe und von wem ich kaufe ist ein unabdingbarer Teil der Freiheit.

In einem n-tv Bericht über den Konflikt zwischen Verlagen und Amazon um die Preisgestaltung und Verfügbarkeit von E-Books wird im letzten Abschnitt eine essentielle Tatsache geschildert. Bisher wurde Amazon als der problematische Akteur im Streit dargestellt. Nun deutet sich an, dass es um
- unternehmerisches Kalkül für eine bessere Bedienung der Kunden im Wettbewerb geht,
- Gewinnsteigerung nicht zuletzt für die Autoren,
- der Verlag Hachette im Konflikt nicht kooperiert hat.

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Soziale Gerechtigkeit ist wie nasser Regen
Geschrieben von: mvp   
Samstag, 09. August 2014

Nasser Regen ist eine genauso überflüssige und schlampige Bezeichnung wie soziale Gerechtigkeit, die als verteilende Gerechtigkeit verstanden wird. Gibt es trockenen Regen, unsoziale Gerechtigkeit, Gerechtigkeit ohne Verteilungswirkung? Anthony de Jasay zerlegt mit sprachlicher und scharfsinniger Präzision das Dogma des demokratischen Sozialismus. Gerechtigkeit ist per se Verteilung, denn sie fällt ein Urteil über Vorteile und Verpflichtungen für Menschen. Gerechtigkeit dient (ursprünglich) dem Schutz der Freiheit. Wäre dem nicht so, dann müsste soziale Gerechtigkeit eine Anti-Gerechtigkeit sein, die über der Gerechtigkeit steht – eine sozial korrigierte Gerechtigkeit.

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"Umverteilung ist eine Absage an die Kooperation"
Geschrieben von: mvp   
Dienstag, 05. August 2014

"Ein Spezifikum der freiwilligen Kooperation liegt darin, dass die Beteiligten überein kommen, durch ihr Tun das Ziel des jeweils anderen unter der Bedingung der Gegenseitigkeit zu fördern." konstatiert der Hambuger Philosoph Rolf W. Puster in The European. Die beiden Kooperationspartner fördern durch ihr Handeln jeweils das Ziel des anderen - das ist der große immanente Vorteil der freiwilligen Kooperation. Und wie ist Umverteilung vor diesem Hintergrund zu sehen? "Nun, sie ist nichts weniger als die massenhafte nachträgliche Aufkündigung der genannten Kooperationsbedingung, den Handlungserfolg des Kooperationspartners vorbehaltlos zu akzeptieren." Das liegt daran, dass das, was umverteilt wird, das Resultat bereits realisierter Kooperationen, argumentiert Rolf W. Puster treffend.

Das Handeln des Einzelnen und die spontane Ordnung werden so zum Ausgangspunkt und Vergleichsmaßstab von freiwilliger Kooperation oder aber erzwungener Umverteilung.

 
Abschreckend: Japans Niedrigzinsmania und Konjunkturstimulanzia
Geschrieben von: mvp   
Mittwoch, 30. Juli 2014

Japan dient häufig als Deflationsbeispiel. Die Sanierung der Bankbilanzen dauerte dort 15 Jahre und wurde erst vor kurzer Zeit erreicht. Die Masse der Einschätzungen zur japanischen Geld- und Fiskalpolitik scheint die realwirtschaftliche Lage weitgehend zu ignorieren. Die Ausgangslage vor dem Crash war gekennzeichnet durch:

  • Eine gigantische Assetpreisinflation (Grundstücke, Aktienmarkt).
  • Fundamentale Strukturprobleme der japanischen Wirtschaft, darunter Überkapazitäten und Verschuldung, die auch heute noch nicht zu Produktionsstrukturen geführt haben, die den Wünschen der Konsumenten entsprechen.

Dennoch hat es keine furchterregende Deflationsspirale gegeben: Von 2003-2013 wuchs das reale BIP um 10%, die Gewinne der Unternehmen stiegen, die Menschen shoppten.

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